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![]() | KAPITEL I «zurück vor» KAPITEL III T i e r d a r s t e l l u n g e n Allgemein betrachtet ist dieser Themenkreis sehr komplex und häufig wurde durch die replikative Archäologie (Methode des Studiums früher Technologien und genaues Reproduzieren ähnlicher Produkte) die Frage nach der Wiederholbarkeit solcher Funde gestellt. Wie haben die Menschen das früher wohl gemacht? Bei eigener Antwortsuche, wurde erkannt, dass hier die Lösung der Frage wohl eher im Bereich des Materialangebotes liegt und nicht so sehr in der Geschicklichkeit der damaligen Steinschläger. So liegen im Inventar der Sammlung aussagefähige Funde dazu vor.Vergl. nachstehendes Foto Foto 89
Die knollenartigen Gebilde des Feuersteinmaterials hatten Vorformen, z.B. die einer Fischsilhouette, die man gut nacharbeiten oder verstärken konnte. Wie man allerdings den verhältnismäßig harten Feuerstein ( Härtegrad 7 ) ritzen konnte, welches hier auch im Sammlungsinventar durch Fundobjekte belegt wurde, bleibt erklärungswürdig. Auch wenn nicht alle Fragen dazu beantwortet werden können, sollte man diesen Umstand nicht nutzen, um das „Problem der norddeutschen Figurensteine“ einfach wegdiskutieren zu wollen oder so sehr mit hypothetischen Fragen überfrachten, damit eine Beschäftigung mit dem Thema gar „nutzlos“ erscheint. Ein aussagefähiges Forschungsmaterial wird so der Vernichtung überlassen, welches unwiederbringlich sein wird, bedenkt man nur allein das Potential hiesiger und heutiger Bildhauer mit dem Material Feuerstein umgehen zu können, sollen oder zu wollen? Zum Thema der immer wieder geforderten, deutlich sichtbaren Arbeitsspuren noch eine weitere Beobachtung vor Ort. Feuersteinknollen, auch großformatige, wurden mit Seilschaufelbaggern ans Tageslicht geholt, auf Gittersieben zur Körnungssortierung verfrachtet und dann mit Tiefladern auf Steinhalden geschüttet. Bei diesem Schüttvorgang konnte beobachtet werden, wie sich zwei „Splitterstücke“ von einer bereits beschädigten Feuersteinknolle abtrennten. Diese 2 Splitter wurden auf der Steinhalde aber wiedergefunden und mit der Knolle zusammengepasst. Das Ergebnis überraschte, der kleinere Splitter demonstrierte sich als der sogenannte Schlagkegel, der vom größeren Splitterstück abgesprengt war. Damit hatte man eine Trümmerstück-Vorform ohne Schlagmarkierung ( ein wichtiges Kriterium zur Erkennung von schlagtechnischen Einwirkungen seitens des Menschen) zur eventuellen Weiterverwendung vor sich, wie wir es noch auf vielen Feuersteinskulpturen sehen werden. Die fehlende Schlagkegelform als „Mangel“ in der Fundgutbewertung, welchen man dann als Ablehnung von figürlichen Funden benutzt, um diese der Naturbildung zuzuschreiben? An der Überkornhalde konnte, wer es wollte, die „Zwiebel-Abschläge“ aufsammeln, um entweder diesen Fundplatz als „Schlagplatz“ zu belegen, oder um nun damit zu beweisen, dass ein Schlagkegel, der ungewollt an einer Skulptur verhaftet war, auch vom Steinschläger selbst hätte „entfernt“ werden können? Weil aber solcherlei Fragen kaum so interessant gewesen sind, wie die Skulpturen selbst, war diese Forschung nach den fehlenden Schlagmarken zurückgedrängt worden. Zwar wurden die Splitter im Sammlungsbestand aufbewahrt, aber dennoch kann allgemein betrachtet gesagt werden, rezentere Eingriffsmerkmale sind an den Steinen mit geübtem Blick sofort erkennbar. Darauf rückschließend gab es keinerlei schlagtechnischen Eigenversuche oder andere Experiment mit dem Fundgut, egal welcher Art, um es nicht als eventuelle „Eigenproduktion“ oder Fälschung deklariert zu bekommen.
Es ist hier das gleiche Objekt von Kapitel I, Foto 88 gezeigt, hinzugefügt wurde lediglich die Gestalt einer kleineren, separaten identischen Tierfigur. Das Motiv der kleineren Tiergestalten im Verbund mit anderen (Mutter und Kind) wird später nochmals bei der Fotovorlage von Affen-Darstellungen aufgegriffen und belegt. Es ist jedoch k e i n e Feuersteinfigur und damit ergeben sich gänzlich neue Fragen über die Fertigungsweisen der gesamten Figurenpalette.
Beide Objekte wurden als "zusammengehörig" aus dem gleichen Sandauswurf entnommen.Das Gesteinsmaterial ist identisch aber die Formgebung unterschiedlich. Eine Tierkörperdarstellung und ein symbolisches „Werkzeug“. Solcherlei Identitätsmerkmale konnte man auf sehr unterschiedlien Gesteinsarten immer wieder aufgreifen. Siehe dazu auch Foto Nr. 90a Hier ist der Tierkörper auf einem flachen, plattenartigen Gestein herausgebildet und stellt einen Bären dar, neben einer "Pfeilspitze".
Für die interessierten Sammler soll extra betont sein, die Funde lagen dort nicht nur so zum Auflesen herum, es gab häufige Schürfungen, bei denen keine Skulpturen ausgebaggert wurden.
Foto 90b und 90c sind hier separate Funde, welche lediglich optisch in einen Vergleich gesetzt wurden. Schnell ist man geneigt, sie wegen ihrer Ähnlichkeit in der Farbgebung, als zusammengehörig zu betrachten. Beide Stücke haben den Feuerstein als Ausgangsmaterial gemeinsam, dennoch sind sie sehr verschieden. Die als sitzende , menschliche zu bewertende Figur ist ein sogenannter „Kernstein“; alle Rindenanhaftung, die Kortex, wurde rundum entfernt, hingegen ist sie bei der Tiergestalt in Teilen belassen worden. Die Kortexbelassung wurde als Merkmal sehr wichtig, denn sie kann durch die Patinierung der Skulpturen einen gemeinsamen Einbettungszustand vermuten lassen. Vergleiche dazu nun die nächsten Fotos.
Durch gleiche Patinierung und anhaftender Kortex ist eine Zusammengehörigkeit signalisiert und diese vermittelt gleichzeitig den Eindruck einer Bilderschrift. Der Frage einer Bilderschrift näher zu kommen, war ohne zusätzliche Unterstützung kaum möglich. Drei aktive Schürfungen und ihre Auswürfe an unterschiedlichen Stellen im Grubengelände ständig zu observieren, um noch mehr aufschlussreiche Funde zu erfassen, war für eine einzelne Person nicht immer möglich. Zu schnell wurde das Schüttgut umgelagert oder gleich abtransportiert. Auch wenn hier und da Sammler eingeladen wurden, war es schwierig, die selbstentwickelte Merkmalmethode so zu vermitteln, dass man sofortige Resultate hätte erwarten dürfen. Vielmehr war man geneigt, die Stücke als individuelle „Kunstwerke“ zu sehen mit Eigenständigkeit. Unvorstellbar war vielen auch generell ein Konzept hinter dieser komplexen, figürlichen Objektpalette zu vermuten, obwohl figürliche Elemente in den Anfängen von Schriften zu beobachten sind. Vergleiche dazu einschlägige Veröffentlichungen wie "Die Erfindung der Schrift" unter FRUEHZEIT DES MENSCHEN von Robert Claiborne.
Foto Nr. 92 u.Nr.92b sollte im Verbund gesehen werden. Dieser Echsenkopf und seine Wiederholung in anderen Gesteinen, lässt eine Krokodil-Spezies vermuten, dann auch als Vollfigur aufgegriffen, war die vorherige Spekulation abgesichert.
Foto Nr. 93 Zeigt einen Schlangenkopf. Der Motivkreis ist durch weitere Funde im Inventar bestätigt.
Zwei weisse Punkte im schwarzen Bereich dieses Kopfes einer angriffslustigen Schlange sollen hier die Augen darstellen Thema: Wasser und Landschildkröten sowie der Kopf eines Flusspferdes:
Die nun folgenden Fundstücke sind die sogenannten „portables“ zum Themenkreis des auf Foto Nr. 15 vorgestellten 2,5 Tonnen schweren Findlings in Form einer Schildkrötenart. Wieder sind extra „Kopfdarstellungen“ gefunden worden und gleichzeitig wird die Bandbreite der Materialverwendung sichtbar.
Foto Nr. 95 mögliche Landschildkröten
Foto Nr. 95a Klingenartiges Objekt mit Retusche (traditionell als Werkzeugkante gewertet) Danach müsste der Griff dieses „Werkzeuges“ dann figürlich gestaltet worden sein.
Foto Nr. 95b Zwei Schildkrötenköpfe, das oben stehende Objekt ist ein linksseitiger Profilkopf .
Foto 96a Großes Granitobjekt, ebenfalls eine Schildkrötendarstellung
Fotos Nr. 97 / 97a BEEGDEN-FUND, diese Echsen-Skulptur wurde auf dem Fundplatz bei ROERMOND, NL von mir aufgegriffen. Es ist diese überwältigende Fülle von Funden nun, die hier offensichtlich wird und gleichzeitig überrascht, dennoch auch lange Zeit „unverstanden“ blieb. Wie konnten solche Mengen von Figürlichkeiten so lange unerkannt geblieben sein, fragten sich selbst Kenner der Materie? Man verwies auch auf die Motivkreise, die Prof. W. Matthes 1966 bereits erwähnte.( S. 60 „Die Motive der figuralen Eiszeitkunst.“) Er hatte davon Abstand genommen, Menschenfiguren oder gar die geometrische Formenwelt in seinem Buch „Eiszeitkunst im Nordseeraum“ zu zeigen, unterteilte jedoch in 3 Hauptgruppen: Tierfiguren Tierköpfe und Menschenköpfe Diesem vorgegebenen Schema will ich vorerst treu bleiben, aber es muss erweitert werden, um meine Untergruppen der „Exoten“, wie Schlangen, Krokodilen etc. Raum zu geben. Weiter unterteilte er seine Tierfigurengruppe in Vierfüßler, Vögel und Fische. Bei den Köpfen verwies er auf die Sonderstellung der maskenartigen Gebilde, von denen auch einige in andersartigen Gesteinen als Feuerstein vorkommen. Dennoch waren seine vorgestellten Figuren vom Feuersteinmaterial geprägt, ganz im Gegensatz zu diesem untersuchten Fundplatz von GROß-PAMPAU, Schleswig-Holstein. Der Einsatz von „nicht nur Feuerstein“ ließ die Anzahl der Funde fast explodieren. Doch ergab sich damit gleichzeitig die Möglichkeit, hier die Artefakt-Frage zu klären, denn nicht alle Steinarten haben durch ihren mineralischen Aufbau ein identisches Bruchverhalten, und machten somit Vergleiche über Formen und deren Abmessungen möglich, dazu mehr im nächsten Kapitel. Jedenfalls war die Motivwiederholung ein Zeichen, dass Themen „kopiert“ worden sind. Die nicht mehr naturalistische Wiedergabe einzelner Tierarten sagt unter anderem aus, es ist bereits stilisiert worden und damit waren einzelne Funde, ohne einen Verbund mit den Urformen, kaum mehr interpretierbar, dennoch sollten sie gezeigt werden und brauchen eine Untergruppenstruktur. Vergleich dazu nun einige Beispiele: TRANSL: of this last paragraph: Repeated motif depiction of sculptures is indication, that people did "copy". The not so prominent characteristical feature of some species is indication, that sculptures are fashioned in stylization, now bearing by nature the peculiarity, of not getting recognized for their correct species. Separation like done here, or perhaps even a new sub-structure is needed for the presentation of these often very fine sculptures.
Fotos Nr. 98 / 99 / 100 / 101 compare with www.daysknob.com USA. (klick LINK) showing an object with similarities to this sculpture, presenting there 2 animals heads on a larger lime stone. KLICK AUF ausgwiesenen Link, und vergleiche ÄHNLICHKEITEN zu einem Kalksteinfund aus den U.S.A. WIE BEI DIESER SCULPTURE HIER, sind bei dem Fundobjekt dort, doppelte KOEPFE, ANGELEHNT AUF einer SKULPUTUR zu erkennen. ANDERE TIERMOTIVE Bevor aus der Kategorie „Vierfüßler“-Dickhäuter oder Rüsseltiere - gezeigt werden, sollen noch einige andere Exoten, wie Affenskulpturen von Interesse sein. Eigentlich gehören diese beiden Tierarten nach meinem Fauna-Verständnis zusammen. Unklar war mir jedenfalls, als ich mich mit anderen Sammlungsbeständen auseinandersetze, warum immer von Elefantenfunden die Rede war, jedoch niemand dazu gleichzeitig Affenskulpturen finden konnte? Sollten meine Funde denn wirklich so „einzig“ sein? Und warum war dieser Motivkreis nicht schon bei Prof. W. Matthes in den 60iger Jahren erkannt? Offensichtlich spielen hier doch die untersuchten Schichten eine Rolle? Die Zeit geht voran. Inzwischen aber wird die Thematik anderen Ortes, z.B. Süddeutschland und Holland längst bestätigt. Die Wissenschaft geht den Entwicklungsfragen vom Affen zum Urmenschen über Knochenfunde nach, deren Entdeckungen immer zahlreicher werden, doch leider auch immer älter datiert sind und damit immer seltener einer menschlichen Linie zugesprochen werden. Als Ausgleich dafür werden jetzt alte Schimpansenwerkstätten in Afrika ausgegraben, aus denen man ablesen kann, dass diese Tiere Steine und Holzambosse zum Nüsse knacken benutzt haben sollen (HA-Meldung 28.5.2002). Nun hat das Werkzeug „Stein“ für Mensch und Tier seine Funktionstüchtigkeit bis in die heutigen Tage immer wieder unter Beweis gestellt, woran keiner zweifeln kann. Rückblickend auf 20 Jahre meiner privaten Forschung hier im Lande, (ohne Sponsorengelder, ohne Stiftungsgelder und ohne öffentliche Mittel) hatte diese Meldung dann einen ganz anderen Aussagewert. Es sollte wohl daran erinnert werden, wo wir alle unsere Ursprünge haben, damit dies auch nicht überlagert, gar in Zweifel oder nur zurückgedrängt werden kann durch mögliche andere Fundmeldungen, erklärt es damit gleichzeitig die gänzliche Interesselosigkeit einer wissenschaftlichen Elite im Lande, was meine Heimatforschung hier betrifft. Es gab weder Hilfestellung bei Untersuchungen noch Datierungshilfen. So grenzt es fast schon an eine vergessene archäologische Pflicht, wollte ich mich nicht bemühen, meine Funde publik zu machen, denn gemeldet wurde dieser Fundplatz an die zuständigen Behörden ordentlich und pflichtgemäß. Bleibt mir nur noch die Arbeit, die Objekte zu beschreiben und vorzuzeigen, welches jetzt, im Zeitalter des Internets, in nachstehender Fotoserie möglich ist. Foto 102
Foto Nr. / 103 / 103a (zur Sehhilfe)
Foto Nr. 105 Hier ist eine Figur im Bereich des Kopfes bearbeitet. Schwach erkennt man ein Augenpaar durch 2 weiße Punkte. Dafür ist als Fellandeutung die Kortex belassen worden und auf dieser erkennt man ein Kleintier, fest im Fellkleid verkrallt. Themenidentisch mit dem Motiv von Foto 104 eine Mutter und Kindfigur.
Fotos Nr. 106 / 107 / 108 Alle drei Funde sind ebenfalls themenidentische Darstellungen, nur hat das Objekt Nr. 108 keine so deutliche Kopfdarstellung, um als Affe identifiziert zu werden, dies kann nur über seine Rückenkontur erfolgen, die wiederum identisch mit dem Rücken kleinen Gorilla-Figürchens ist, welches noch gezeigt wird.
Foto Nr. 109 Es soll wahrscheinlich eine Pavian-Büste sein. Das Fellkleid legt sich fast bis auf die schwache Augenandeutung, den großen Kopf hat man schon auf der Figur Nr. 102 gesehen.
Foto Nr. 110 ist ein kleiner mikrolithischer Fund, der aber das Thema der Brustdarstellung nochmals verstärkt.
Fotos Nr. 111 / 111a aus 2 Blickwinkeln betrachtet, ist dieses Feuerstein Objekt in jeder Hinsicht absichernd für die bereits gezeigten Affen-Funde. Einmal ist das Thema Mutter und Kind wiederholt und obwohl das Feuersteinstück doch erheblich kleiner ist als die Pavian-Büste, sind beide Funde in ihrer Umrissform identisch. Weiter erkennt man 2 weiße oder helle Flecken , die als Augenpaar zu deuten sind, wie man es schon auf dem Foto Nr. 105 erkennen konnte. Alle kleinen Details berücksichtigend, darf man schlussfolgern, diese Thematik ist vor Ort „anstehend“, d.h. hier sind keine „hineingetragenen Fundstücke“ abgelegt oder abgelagert worden.
Foto Nr. 112 Eine stilisierte Affenskulptur, man vergleiche die Kopfdarstellung mit dem nächsten Objekt aus Feuerstein.
Foto Nr. 113 Hier in sitzender Pose wiedergegeben, die Ähnlichkeit der Gesichter ist beachtenswert.
Foto Nr. 114 Dargestellt ein Affenkopfmotiv als Profilansicht, wie die vorangegangenen Funde, hier mit einer Fellandeutung über die Feuersteinstrukturen.
Fotos Nr.115/115a / 116/ Eine Auswahl an stilisierten Affenköpfen, entweder Jungtiere oder Gattung kleinerer Affenarten.
Foto Nr. 117 Dieses Objekt belegt den Einsatz von Farbe zur Augenandeutung auf einer Sandstein-Skulptur.
Foto Nr. 118 Als Steinkopf soll offensichtlich auch hier eine Affenart dargestellt werden, und hat, wie schon auf dem Foto 117 angedeutet, ebenfalls ein zopfartiges Ornament.
Fotos Nr. 119 bis 122 Die Umrisslinien dieser Funde sind hinweisgebend auf Affenarten wie Pavian oder gar Schimpanse. Besonders der Fund auf Foto 122 hat zum Teil Fossilcharakter wie ein Abdruck. Wer kennt sich hiermit aus?
Fotos Nr. 123 / 124 Zwei stilisierte Profilansichten von Affenköpfen in kleiner und großer Ausführung, davon ist der kleinere sehr verrollt oder verrundet.
Foto Nr. 125 Zum Abschluss und gleichzeitiger Ergänzung der in Teilen vorgestellten Palette von Affenarten, hier nun ein optischer Vergleichsfund aus den genannten Kiesen und Sanden. Mit einer anatomisch korrekten Detailwiedergabe von Ohren und geöffnetem Maul scheint es ein Vertreter der meistverbreiteten Landraubtiere, dem Wildhund (Wolf), zu sein. Anerkannte Vergleichsobjekte aus anderen Ländern: AFRIKA und ISRAEL Beginnend mit der Hebung eines nicht utilitaristischen Gegenstandes, der bereits in der „ARCHAEOLOGISCHE Berichten“ Heftserie Nr. 20 vorgestellte wurde, sollen 3 beispielhafte Exemplare zur Betrachtung gelangen, die eine weltweite Anerkennung erlangt haben.
Aus „Bilderbuch der Steinzeit“ (AB Nr.20 S.65) zitiere ich nachfolgende Anmerkung: Die erstmals für das gesamte Nord- und Ostseegebiet erschlossene Vielfältigkeit einer Skulpturenthematik über „Affenarten“ wurde von Frau U. BENEKENDORFF unabhängig und in völliger Unkenntnis nachstehender Dissertation gemacht. Mit einer verifizierten Datierung der Fundschicht von 1,8 Millionen Jahren ist das Objekt 79x54x 49mm groß und wurde vom Foto nachgezeichnet. In der Fundschicht „FLK North“ im „Upper Bed I“ wurde ein bearbeitetes „Phonolith-Geröll“ in direktem Zusammenhang mit einer OLODWAN - Fundkonzentration“ ausgegraben und in der Dissertation von Frau MARY D. LEAKEY „OLDUVAY Gorge“ (Teil 3. 1971, Seite 269), wie nachstehend frei übersetzt , festgeschrieben: ...“Zum Abschluss dieses Überblickes über das „Olduvai-Steinmaterial“ und der „entwickelten OLDOWAN- FUNDPLÄTZE, verdient ein gekerbtes und beschlagenes Im Gegensatz zu dem hier erwähnten MAKAPANSGAT – STEIN ist leider der OLDUVAI-FUND völlig aus der wissenschaftlichen Diskussion verschwunden. Oder ist es lediglich ein „Versehen“, dass er selbst in der akribischen Auflistung weltweiter Palaeoart-Gegenstände nicht gezeigt oder wenigstens aufgeführt wurde? Vergleiche dazu: R. BEDNARIK 2003, „The earliest evidence of Palaeoart” (“Rock Art Research 2003 Volume 20 Nr.2 p. 89-104). Doch vielleicht fehlten hier nur die optischen Besonderheiten, um das Stück als “Kunstobjekt“ einzugliedern? PROTO - ART AUS ISRAEL
Abb. Nr. II ( Quelle: “Focus”) In der besagten Kiesgrube von GROß-PAMPAU aber handelte es sich um miozäne Sande und Kiese, so meine Recherchen später, also wurden meine Funde aus der Sekundärfundstelle (vor der Haustüre) als „Spielereien der Natur“ abgetan und erschienen an offizieller Stelle, .....“nicht von archäologischem Interesse“.
Der MAKAPANSGAT GESICHTSSTEIN -- Bild-Quelle „The Human Animal” by Desmond Morris 1994 Im wissenschaftlichen Visier und Paradigmenwechsel steht dieser “Naturstein-Fund” aus dem Kalksteinbruch von MAKAPANSGAT, Süd-Afrika, wo er bereits 1925 vonW. I. EITZMANN aus Bed 3 der Knochenablagerung von Affen und Vormenschen, den Australopithecinen, ausgegraben wurde. Der Stein besteht aus rotbraunem Eisenstein (jasperite) und wiegt 260 Gramm. Vergleichbares geologisches Material ist ca. 20 Meilen von der Höhle entfernt. Die herausragende einprägsame Qualität, so schlussfolgern einige Wissenschaftler, ist sicher schon dem Australopithecus vor 2,5-3 Millionen Jahren aufgefallen, der diesen Stein wegen seiner Besonderheit aufsammelte und ihn dann irgendwann in den Kalksteinbruch hineintrug und verlor. Eine neue These, die es zu verfolgen gilt, ganz besonders unter dem Gesichtspunkt einer möglichen Inspiration zur eigenen Kreativität bzw. eigenem Gestaltungswillen. Selbst wenn hier noch keine Eingriffspur zu erkennen ist, sollte es von Interesse sein, wann der Vormensch begann, seinen gefundenen „Kuriositäten“ mehr Nachdruck zu verleihen, damit seiner künstlerischen Ader Antrieb zu geben? Leider ist uns heute nicht mehr bekannt, ob der Ausgräber W. I.EIZMANN versuchte, damals schon im Steinbruch selbst dieser Frage nachzugehen und so bleibt wieder die „Einzelfundproblematik“ dominant. WEITERE SKULPTUREN AUS NORD-DEUTSCHLAND Im weiteren Verlauf dieser Dokumentation werde ich immer wieder Funde wie Fossilien einbringen und damit aufzeigen, dass gerade sie dem Menschen Anreize geliefert haben können, selbst gestalterisch einzugreifen und damit Skulpturen hervorzubringen, die vielleicht unserem heute verwöhnten Auge, einfältig und naive erscheinen müssen, aber vielleicht nicht sofort einem Einsatz und Zweck dienten, der allein durch Ästhetik gesteuert war, vielleicht mehr in Richtung zur IDEOGRAPHIE, siehe nächstes Fundstück einer von vielen Seeigelfunden aus der Grube von Groß-Pampau mit figurativen Elementen.
Fundumstände der Skundär-Fundstelle , auf der das Dreieck mit Seeigel-Einschluss auffällig war ,werden in Kapitel IV beschrieben.
"Seeigel-Sammlung" aus Dänemark 1976 DICKHÄUTER / RÜSSELTIERE
Foto Nr. 126 Diese Umrisslinie deutet auf ein Rüsseltier hin, mit aufliegendem Fossil.Vergleiche auch die weiteren Objekte in der folgenden Fotoserie in Granit bis Feuerstein../ Silhuette is typological here of an elephant ,carrying a fossil, not investigated so far.Material is clay.More shapes to be compared see next photo series mixed materials from granit rock to flint.
Foto 129
Foto Nr. 130
Foto Nr. 130 a
Foto Nr. 131 u. Nr.132 Foto 132......................................................
Fotos 133 / 134
RINDERDARSTELLUNGEN/BOVINE In spanischen und französischen HÖHLEN findet man Darstellungen dieses Motivkreises recht häufig als gemalt, oder als Ritzung und Gravierung, seltener jedoch auch in Ton modelliert. Im Kapitel I dieser Fotodokumentation ist ein großer Findlingsblock mit dieser Tierart gezeigt (siehe Foto Nr. 27) Um hier diese Ähnlichkeiten zu unseren „portable“ Funden zu unterstreichen, zeigen die Fotos 28/29 bereits einige Beispiele. This is a very common motif found painted or carved, less often shaped in clay in the famous caves of Spain and France. A large red rock boulder of this species is presented in Chapter I of this documentation as well as in the more moderate form of "portable" art objects Fotos Nr. 27 to 29
Foto Nr. 135
Die jungpaläolithische Kunst kennt bereits das Motiv des gewendeten Kopfes bei Tierdarstellungen / The late paleolithic art representation is already familiar with the motif of the" bent head" within the animal typology.
Fotos Nr. 136 und 1356 a
Im Zentrum dieser Flintstein-Skulptur befindet sich ein Loch, die Skulptur steht nicht selbständig, so könnte das Loch zur " Aufhängung" gedient haben. / A hollow dominates the center of this flint-sculpture, unable to stand on its own, is it a possible pendant?
Grosse Abschläge formen den Körper. Über die intakte Kortex erkennt man Eingriffsmerkmale um Kopfform sowie Auge und Ohr zu kennzeichnen./Noticable percussions formed the shape of the body.The cortex indicate removed patches to create the head, an eye and ear.
Der Eindruck eines Jungtieres ist vorherrschend, aber ob die weiße Rindenanhaftung - oberhalb des kleinen Ohres - das Horn dieser Tierart signalisieren soll, bleibt offen./ The impression of a young animal dominates, therefore questions concerning a horn indicated by a white cortex spot above the "ear" must remain open. Doch sollen die nächsten BEISPIEL-BILDER Nr. 138 bis 138f helfen, einiges über GESTALTUNGSWEISEN VON OHREN dieser unbekannten Kunstform zu vermittlen, wie es schon am Beispiel vom Foto 125 (Hundekopf) offensichtlich wurde.The following examples show different ear-design like shown on the dog-head-sculpture Photo nr. 125 .See also examples of ear "desings" photo nr. 138 to 138f. BEISPIELBILDER: Hasen und andere/ Hares and more
Findlingsgrosse Hasendarstellung/Menhirsize impression of a hare Die nächsten Beispielbilder zeigen diese Tiergattung in sitzenden Posen, man beachte die unterschiedlich gestalteten Ohren in abstrakter, stilisierter oder naturalistischer Ausführung. Next photo series shows examples of this species presenting different styles of ear-shapes from abstract, stylistic to naturalistic.See photos #138 to 138e
Vergl. zu diesem handlichen Objekt aus quarzitischem Sandstein auch die gleiche Darstellung in microlithischer Ausführung auf Kapitel VII, dieser Seite. Compare this typ of depiction of a hare also in microlithic identical shape presented on this page on chapter VII.
A rabbit head with eye and ears only/ Hasenkopf mit hochstehenden und herabhängenden Ohren (Vollfigur) Foto 138d shows a rabbit head with drooping ears.
Hase mit Schwanenbildniss in weißer Cortex-Zeichnung/Hare and Swan
Ein Ostseeufer-Fund weitergegeben in die Prof. Matthes-Sammlung , Man beachte auch hier Ohren und Horngestaltung/ A beach area find (Baltic Sea) now added to the Matthes collection.Notice the ear and horn depictions.
Lama als Lasttier (siehe Farbanhaftung) aus Groß-Pampau. Durch Entfernen der Kortex wurden die langen Ohren dieser Tiergattung sichtbar gemacht. Die Vierfüssigkeit ist durch einen tiefen Einschlag über die gesamte Stärke der Skulptur herausgestellt. Vergleiche dazu die nächsten beiden Tierfiguren/Lama as "packhorse" (colour adherence) from Gross-Pampau. The rather large ears of this animal are "stylized" by a cortex removal and the legs are usually indicated here by a deep percussuion impact.Compare for such the next two animal figures.
Diese beiden Tierdarstellungen haben was den Aussagewert der Tiergattung anbetrifft kaum einen Informationswert, aber für meine Detailstudien sind sie unentbehrlich und absichernd./Both animal figures offer little information about their species but for detail studies they have become to me indispensable. TIERARTEN AUS WARM UND KALTZEITEN NICHT MEHR HIER IN FREIER WILDBAHN/ SPECIES OF WARM AND ICE-AGES NO LONGER HERE IN OUR WILDLIFE: Die nachstehende Figur, gezeigt in drei Perspektiven, ist die Rückseitenansicht des auf der ersten Kapitelseite vorgestellten MenschenkopfesFoto# 36a. Nach anfänglicher Unsicherheit wurden unterschiedliche Meinungen dazu, auch aus Nordamerika, eingeholt..Dank einer persönlichen Begegnung mit diesen Tieren in freier Wildbahn, konnte Frau Patricia Rice, aus Portland, Maine, USA, gerade aus Alaska zurückgekehrt, hier einen sehr guten Beitragshinweis zur Skupturenfrage, leisten..Somit stellen die folgenden 3 PerspektIivansichten eine MOSCHUS-OCHSEN dar mit der Ansicht einer Kleinkopf- Wiedergabe dieser Tiergattung.(Geburt?). Der Knochenfund eines SCHÄDELS vom jungpleistozänen MOSCHUSOCHSEN ( OVIBOS MOSCHATUS), aus dem Löß von Weinheim an der Bergsträße, liegt in der Bayr. Staatssammlung, MÜNCHEN: Quelle: Theiss-Verlag, "Urgeschichte in Baden-Württemberg" Engl. Translation: The following photos give the back view impression of the human head photo # 36a shown on chapter I. Several people were contacted, even all the way up to North-America, asking their opinion. Mrs. PATRICIA RICE, from PORTLAND, MAINE USA just returning from a trip to ALASKA, offered here a valuable description of her own experience in meeting such animal in wildlife . The following three perspectives show the silhouette of a MUSK . On the rear appears the head of a young one signalling perhaps the birth act?. A good example of the presentation of front and hindlegs within this sofar unknown material. This species was here present during Ice-Ages.
Foto Nr. 141
Foto Nr. 143 / 143a. KOPFTEIL-IMPRESSIONEN/ HEAD-PART IMPRESSIONS
Fotos Nr. 144 / 145 Tiere mit Fellandeutung, weitereTierköpfe Fotos bis Nr. 146d bis hin zu stylistischen Varianten.Photos 144/145 Animal heads indicating "fur" and several other types of head depictions reminding of bear heads.
Dieser Feuerstein-Kopf eines jungen Pferdes ist eine" Zeichnung" ausgeführt über die Rindenentfernung.Er hat sehr viel Ähnlichkeit mit einem aus Sandstein geschnittenen Pferdekopf der in ISTURITZ, Frankreich gefunden wurde und damit eine "Magdalenien-Datierung" trägt. Vergl. dazu Seite 266, D.VIALOU 1992 , "Frühzeit des Menschen". FISCHSKULPTUREN UND ROBBENARTEN aus den Kiesen von Groß-Pampau/FISH AND SEAL SCULPTURES Schon 1992 feierte dieser Kiesgrubenaufschluss sein 25.Jubiläum. In den 80iger Jahren erschien durch den Abbau dann eine Glimmerton-Kante, siehe Photos auf Kapitel I , dieser Webseiten.Biostratigraphisch dem "LANGENFELDIUM" in NW-Germany zugeordnet (siehe W: HINSCH, Kiel,Schleswig-Holstein). Amateur-Sammler entdeckten darin das erste Wal-Skelett. Während intensivierten Nachforschungen folgten weitere fossile Funde von Walen und ein Hai-Skelett von 3 m Länge war auch dabei. Europa weit ein bis dato einzigartiger Fund. Haizähne wurden schon über Jahre aus dem Überkorn dort aufgesammelt, ebenso Mollusken, die auch zu meinen kleineren Funden zählen .Siehe dazu nun Kapitel I und II unter www.schafftwissen.de dieser Webseiten Erweiterung. Already 1992 this gravel pit operated for 25 years. During the early years of the 80th a fresh surface exposure of the biostratigraphic called LANGENFELDIAN in NW-Gernany (see W.HINSCH, Kiel, Schlesw.- Holstein) appeared. An amateur-collector discovered therein the first Wale-Skeleton. Intensive research brought more fossil bones from different species of Wales and also a 3m long shark skeleton. Europe wide a sofar unique find. Shark teeth and molluscan fauna sampling was also done from the loose gravels.For more information see www.schafftwissen.de. website-extention chapter 1 and 2.
Weitere Exemplare von Funden dieser Tierart sind noch nicht aus der Sammlung einbezogen.Es ist nicht ganz einfach, hier den richtigen Blick zu entwickeln, zu unbekannt sind einige gezeichneten Exemplare. Fischskulpturen (Kopfteile werden später gezeigt) fachliche Hilfestellung wurde bereits erbracht. Siehe dazu nun Expertise von A. Faradzhev, Moskau Kapitel VIII und IX . Dennoch die Frage bleibt offen, wer wußte über diese Fossilien wie Wale und Hai, die dort eingebettet waren, um sie in Stein nachzubilden??Engl. transl. More examples of this species are still within the assemblage For fish-sculpture themes (head sculptures of fish types) Expert help was given. For this see Expertise A. Faradzhev, Moskau in chapter VIII and IX. Still the question remains, who knew about the wale and shark fossils now rescued from below the ground in order to carve the sculptures found? Wal und Hai-Skulpturen aus Stein. Wale and shark sculptures in stone
Fotos Nr. 149 und 149a
Foto Fischfund LANZAROTE , Spn. Vergleiche die Maulpartie beider Objekte
Foto Nr. 151
Foto Nr. 152
Fotos Nr. 153
Foto Nr. 154
Foto Nr. 155
Mit grenzübergreifenden Vergleichsfunden aus den Niederlanden und Spanien ist eine vielfältige Materialverwendung, die hier bei der Gestaltung zum Einsatz kam, aufgezeigt worden. Dabei ist die mikrolithische Auswahl noch nicht berücksichtigt, die ebenfalls sehr interessant ist. Seltener gibt es dabei Vollfiguren, meist sind es Splitter oder ähnliche Abschläge, die zwar die Zerlegung von Steinen belegen, aber damit auch mehr Fragen aufwerfen.
Fotos Nr. 157u.157a
Fotos 158 u.158a
In general this type of the of sculpture is not hard to interpretate, but such key-find was not usually the first in the newly discovered theme, and the more abstract forms appeared in series as well. Here in this photo series, I show how the finds occured here to me and how important a key-find is. The larger menhir type found placed under the tree on a local parking lot, has an unknown original find spot, but helped here to interpretate a "portable" object from my sampling site with shapings similar on the large and small item. Photo 165 and 165a
Der große Findling wurde von einem Besucher am Geesthachter Rathausparkplatz entdeckt. (Nr. 165) Sein Herkunftsort ist unbekannt, dennoch reiht er sich gut in die Themenpalette der Groß-Pampau Funde ein und hat sogar gleiche Arbeitsspuren aufzuweisen, wie man an dem Fund (165a aus Groß-Pampau)als gestalterisches Element des Federkleides unschwer an beiden Objekten, wiedererkennen kann.
Zum Abschluss meiner Dokumentation der typologischen Besonderheiten innerhalb der entdeckten Wasservogel-Thematik von GROß-PAMPAU, ist dieser größere Kalksteinblock hinzuzufügen, der über sein äußeres Erscheinungsbild kaum auffällig ist. Er zeigt einen deutlich herausgestellten „Entenschnabel“.
Fundortübergreifende Untersuchungen erbrachten einen kleineren, handlichen Steinfund mit themenidentischen Bearbeitungsspuren und zeigt auf, dass dieser Motivkreis bereits standardisierte Formen besitzt. Er allerdings gehört mehr in die Serie von Fotos der Nummern 158-160 soll hier aber nochmals verdeutlichen, dass selbst über größere räumliche Entfernungen hinweg , Fundexemplare vorhanden sind, wie ich sie durch meine jährlichen Kurzurlaube dort seit 1988 festgeschrieben habe.
Foto Nr. 169 LANZAROTE, Spn.
Foto Nr. 170 Mit diesem Zugvogel-Fund möchte ich den Übergang in eine mehr komplexe Vogelwelt einleiten. Offiziell gilt dieses wunderschöne Schnitzwerk aus Mammut-Elfenbein als „ÄLTESTEST KUNSTWERK DER WELT“ , so die Überschrift meiner Tageszeitung Die Ausgräber, ein deutscher und ein britischer Archäologe, haben es zusammen mit weiteren kleinformatigen Fundstücken von 2 bis 5cm Größe in der Höhle „Hohe Fels“ auf der Schwäbischen Alb entdeckt. Die kulturelle Blüte dieser jüngeren Altsteinzeit ist aber für das Donaugebiet mehrfach bekannt. Nicht nur Elfenbeinschnitzereien machten auf eine lange Besiedlung aufmerksam, auch ergaben Grabungen im Jahre 1965 auf einer niedrigen Donauterrasse Gegenstände einer reichhaltigen Steinbearbeitungskunst (LEPINSKI VIR; ein Heiligtum mit Skulpturen. Siehe dazu: Römisch-Germanische Museum, KÖLN, und Prähistorische Staatssammlung, MÜNCHEN) Leider geht nun aus dem Artikel über das „ÄLTESTE KUNSTWERK DER WELT“ nicht hervor, ob man neben Elfenbeinschnitzkunst auch kleinere Steinkunstwerke vorgefunden hat, wie ich sie unter dem „VOGEL-THEMA“ anschließend hier vorstellen werde. Diese Steinbearbeitungsweise hat eine lange Tradition, bedenkt man die Vielzahl aufgefundener Steinwerkzeuge über Jahrtausende hinweg. Es bleibt bedenklich, wollte man davon ausgehen, dass sich dieses handwerkliche Können so plötzlich aus diesem Gebiet verflüchtigt haben soll? Und betrachtet man die Standardisierung von vorgegebenen Formen ist auch die Frage zur Bilderschrift - auf Steinmaterialien verewigt – nicht gänzlich unberechtigt? Heute schon verweisen viele Forscher auf Symbolzeichen, die man auf Höhlenwänden gemalt oder geritzt finden kann. Früher noch im Eifer und in dem Erstaunen verhaftet gewesen, hatte man sie glatt übersehen. Überlagert von Malereien springender Rinder, kleiner Pferde und Steinböcken an französischen und spanischen Höhlenwänden, war das teilweise recht verständlich und Versäumtes kann man ja irgendwann nachholen, nur klappt das nicht mit zerstörten und vernichteten Artefakten, die man irgendwie nicht wahr haben kann oder will? Genießen Höhlenforschungen noch immer den Vorrang bei archäologischen Grabungsprojekten, fragt sich der Laie, wo doch gerade da die Sicherheit von Erhaltungszuständen oder Bewahrung viel ausgeprägter ist, als es je in Freilandstationen der Fall sein kann, bei denen oft genug das nächste „Bauprojekt“ längst den Zugriff plant? Und außerdem, im Überdenken von Prioritäten und Wissenslücken fällt mir auf, dass uns die europäische Höhlenmalerei eine recht geringe Anzahl von Darstellungen aus der VOGLEWELT offeriert, sieht man mal von der gelegentlichen Eulenarten-Wiedergabe ab. Ebenso sind Fische wenig vertreten. Das zu ergründen, könnte für Forscher Anreize bieten. Oder hat man die Antworten dazu längst gefunden und ich habe es übersehen? Schon möglich, dennoch werfe ich die Frage auf, warum man sich immer wieder mit der berühmten LASCAUX- Höhlen-Szene befasst, die auf einer Länge von 1,10 einen „verwundeten Bison“, einen ausgestreckten Mensch und eine Stange mit einem aufsitzenden VOGEL zeigt?
Allein, die ansonsten auf den Wänden fehlenden menschlichen Gestalten forderten eine Antwortsuche heraus, wie eben auch eine fehlende Vogelsymbolik nach Hinweisen sucht? Allerlei Interpretationsversuche wurden vorgebracht und ich will mit meinen Funden die Sache zwar nicht komplizieren aber feststellen:.... „Der dargestellte „Mensch“, hat nach meiner Sichtweise, einen Vogelkopf, jedoch ist sein Körper eben menschlich, obwohl, viele Forscher vertreten die Meinung, es handele sich wohl nicht um einen toten Körper, ließt man die Körpersprache richtig. Nun ist es nicht meine Absicht, mich in Expertenmeinungen einzumischen, doch mit dem nachstehenden Steinfund – siehe dazu Foto Nr. 171 Mann in Trance – möchte ich Anregungen liefern.“
Foto Nr. 171 Mann in Trance Dieser Quarzsteinfund macht einen sehr verschliffenen alten Eindruck. Der Vogel, der hier auf einem sorgfältig geformten Stab sitzt, richtet seinen Blick zurück. Auf dem kurzen Stab ist ein Gesicht angedeutet, wie es sich als Einäugigkeit mehrfach innerhalb des Fundinventars präsentiert. Vergleiche dazu die unter „Maskenartige“ vorgestellten Objekte. Innerhalb des Vogeltypen-Bestandes wurde das Objekt von mir als „Zepterstein“ zugeordnet, da mehrere solcher Funde in der gleichen Art aufgegriffen wurden, die mit anderen Motiven versehen sind und später auch vorgestellt werden. Foto 172.......................................................
Farbanhaftung an dieser Vogelgestalt mit Gesichtsandeutung/ Colour adhesiv gives this bird-shape object a facial feature.
Foto Nr. 174 (identisch mit Nr. 24 Kapitel I) Mit einer kleinen Nasenandeutung, um das Gesicht herauszustellen, ist diese Nase nun gleichzeitig auch der Schnabel für die Vogelgestalt. Weitere Vogelgestalten ohne Fußandeutung, damit Aussagefähig über eine hockende Pose oder sitzende Stellung, gerade wie bei der Zepter-Skulptur. Für eine Welt des Schamanen sind es vielleicht die fliegenden Vögel (Geister) zwischen den Welten? Fotos Nr. 175 bis 177 a
Foto Nr. 178 und 178a Um nicht alle Skulpturen in „hockenden Posen“ einzig und allein Abläufen schamanistischer Praktiken zuordnen zu wollen, sind Überlegungen hilfreich, die Ausnahmen bestätigen. Im Inventar befinden sich auch Funde, die dafür ausreichende Hinweise liefern. So wird zum Beispiel bei der Granit-Skulptur auf Foto Nr. 179 eine „hockende Stellung“ sichtbar, doch hier ist, anders als bei anderen Skulpturen, der Flügel mit einem „Vogelbein“ versehen. In rötlicher Farbe erkennt man 3 „ Krallen“, wobei die mittig sitzende Kralle viel größer ist als die anderen.
Foto Nr. 179 Die ungewöhnliche Kopfform dieses Tieres ist rätselhaft, hat aber im Inventar Gegenstücke. Vergleiche dazu nun die nächsten zwei Feuersteinobjekte.
Foto Nr. 180 Angedeutet wird auch hier der Flügel und darunter ist das Bein des Tieres gestaltet, wie bei der vorangegangenen Granit-Skulptur zu sehen ist, leider aber nur beim Studium des Originals deutlich wird.
Foto Nr. 181 Das rechte Objekt mit einem „Seeigel als Eiablage“ hat ebenfalls diese Kopfform, allerdings so „bearbeitet“ , dass ein Augenfleck erkennbar wird. Sollte hier das gleiche Tier, vielleicht ein HÜHNERVOGEL gemeint sein? Vergleiche dazu
Foto Nr. 182 Auerhahn. Die seitliche Andeutung eines Flügels ist durch Rillen im Gestein unterstützt. Allgemein betrachtet erfährt der Interessierte Wissenswertes über „Klauen“, „Füße“ und „Federn“ aus dem unerschöpflichen Nachschlagewerk der inzwischen verstorbenen Archäologin Prof. Dr. MARIA GIMBUTAS „The language of the Goddes“ auf den Seiten 237 bis 245. Sie erklärt dabei Darstellungen von nur „Federn“ und „Füßen“ als Motive auf Vasen und anderen Gefäßen, die gefunden worden sind und volkskundlich bezogen hinweisgebend auf eine uralte Gottheit sind, die seit der jüngeren Steinzeit in SANTANDER, Sp., Zentral ANATOLIEN (frühes 6. Jahrhundert v. Chr.) oder in RUSSLAND sowie im nördlichen Polen bekannt war. Für RUSSLAND erwähnt sie u.a. die „Baba Yaga“, die bekanntlich in einer „alten Hütte wohnt“ und nur auf einem Hühnerbein stehen soll. Aber, der künstlerische Niederschlag vorangegangener Kulturen hat seinen Ursprung wahrscheinlich schon viel früher gehabt. Und wenn man nochmals die Darstellung des Höhlenbildnisses von LASCOUX, Sp. betrachtet, bei der die menschlichen Gestalt nur 4 Finger hat, dann klärt sich auf, dass hier eben Vogelkrallen bzw. Füße gemeint sein sollen und die hübsch dekorierten Gefäße, die später gefunden wurden, doch mehr als „Aufbewahrungsorte“ für allerlei unterstützende „Getränke“ der „Schamanen“ fungiert haben könnten? Uns heute jedoch diese „ Vogelfedern, -beine und –krallen“ als Malereien auf alten Vasen damit letztendlich den Hinweis liefern, dass der gute Schamane aus der besagten Szene von der Höhlenwand, eben nur voll „berauscht“ vor der „Bisongestalt“ liegt, von dem einige Forscher ernsthaft meinten, dieser selbst hätte nun den Mann getötet. Doch für meine hier nun vorgestellten Skulpturen bleibt allerdings die Frage offen, ob sie nur alte Gottheiten repräsentieren? Das herauszufiltern hilft der Rest der Vogeltypologie, der eben auch aus vereinzelten Fußdarstellungen dieser Tiere besteht. (Entenfüße). Einzeldarstellungen von Köpfen sind generell aus anderen Motivkreisen schon bekannt gemacht, für diesen Vogelmotivkreis dazu eine „Seeigel“ – Skulptur, welche einen scharfen spitzen Schnabel hat und damit auch als „Werkzeug“ eingesetzt gewesen sein könnte. Da sich dieser Einsatz aber nicht ohne extra Untersuchungen nachweisen lässt, bleibt es bei der alleinigen figürlichen Aussageform. (siehe Foto Nr. 183)
Foto Nr. 183 Gleiches gilt auch für das folgende Fundstück dessen Ganzkörperdarstellung ebenfalls charakteristische Eigenarten für eine traditionelle Werkzeugdefinition zulassen. Frontal erscheint linksseitig ein großes rundes „Auge“, ähnlich einer kleinen Papageienart und ein langer gebogener Schnabel erscheint durch deutlichen Abschlag. Rückseitig ist Schwanz und Körper mit einer Retusche versehen. Ein Werkzeug nun? Fest steht damit aber wenigstens, dass wenn hier ein Gebrauchsgegenstand einbezogen werden sollte, man nun nicht mehr von alten Gottheiten ausgehen kann, die früher wohl zahlreich waren und noch heute in einigen Kulturkreisen „Anbetung“ finden. Wie definiert man dann wohl die paläolithischen Werkzeugformen neu?
Objekt im Formenvergleich zu Granit
Aufgrund mangelnder Kriterien muss die Frage der“ Werkzeugformen“ oder den Geräten, wie sie auch herkömmlich bezeichnet werden, meiner Meinung nach neu definiert werden. Streng wissenschaftlich gesehen müsste damit jedes Gerät, von dem man annimmt, dass es zum Gebrauch eingesetzt wurde, auf Gebrauchsspuren hin untersucht werden. Diese Untersuchungen wurden auch unternommen, jedoch war festgestellt worden, dass sich nicht alle Steinmaterialien dazu eignen. Ein „Wissen schaffendes“ Dilemma? Eigentlich nicht, denn diejenigen Materialien, die untersucht werden können, müssten in Form und Machart die „Schablonen“ bilden, nach denen man identische Funde vergleichen kann? So klärt sich auch, ob eine „Retusche“ nur durch die Formgebung des Gegenstandes entstanden war. Leider wird aber der Einsatz von technischen Geräten ( Mikroskopen) überwiegend nur in Fragen nach Eingriffspuren bei figürlicher Gestaltung wissenschaftlich gefordert. Eine verkehrt Welt, bei der man sich nun trefflich streiten kann und ungeklärt beläßt, wann nun der Mensch begonnen hatte, seine Umwelt so zu begreifen, wie er sie damals sah und nicht wie wir sie uns heute vorstellen. Dabei können wieder allerlei natürliche Formen Auslöser zur kreativen Gestaltung gewesen sein, wie ich sie immer wieder auf dem Fundplatz aufgegriffen habe und nun auch mit dieser VOGELTYPOLOGIE vorstelle.
Rückenansicht eines sitzenden Vogels mit geöffneter Schwinge.Auf der belassenen Cortex ist ein Gesicht herausgearbeitet. Durch leichte Drehung erscheinen verschiedene perspektivische Ansichten/ Sitting bird with opened wing . Cortex shows a face .When turning the object slightly, different perspectives appear.
Figürlichkeiten mit Seeigeln
Eine diesem Seeigel anhaftende Gesteinsmasse wurde gestaltet und lässt nun die Möglichkeit offen, ob oder nicht hier ein Vogel gemeint ist, da sich im Inventar auch Echsenarten als Skulpturen zeigen, die ebenfalls Seeigel tragen, siehe nächstes Foto.
Diese sehr interessante Feuersteinknolle wurde an der Unterseite deutlich bearbeitet. Über generelle Bearbeitungstechniken, mit denen man sich seit der Erforschung früherer Werkzeugformen speziell am Feuerstein befasst hatte, ist generell immer schon sehr viel geschrieben worden. Um Platz zu sparen, will ich bevorzugt figürliche Funde z e i g e n , das Thema ist weniger bekannt. Den „Werkzeugfetischisten“ wird das nächste Objekt mehr zusagen, denn es ist „messerscharf“.
Foto Nr. 194 / 194a Als einheimisches Vogeltier könnte es auch dem „Rotmilan“ ähnlich sehen, doch ebenso könnte es ein „Exote“ sein. Die nur spärlich anhaftende Kortex zeigt lediglich einen kleinen weißen Dreieckfleck zur Schnabelandeutung. Ganz anders ist es bei der nun folgenden Vogeldarstellung.Die nätürliche Flintsteinknolle hier wieder als Auslöser für Gestalungsmöglichkeit./ Nr. 194 and 194a bird species of Europe or perhaps more exotic type.Very little white cortex Nr.194 triangle shape indicates the beak. Different approach by the sculptorer on the next flint nodule. Here the flint- nodule "offered" the shaping of a wing like shown later on different objects.
Foto Nr. 195 Hier ist der Eindruck eines Jungtieres (Entenart) vorherrschend , dessen Flügel noch nicht zum Flugmanöver taugen. Der Schnabel wirkt breit und eckig, er scheint gekürzt worden zu sein. Interessant ist der zwischen den Flügeln belassene „Knauf“, als Tragevorrichtung mit Fussandeutung (Abschläge) ist es eine völlig natürliche Feuersteinknolle.
Diesen" Vogelkopf" konnte man schwer einer bekannten Vogelart zuzuordnen. Rückseitig ist ein Hohlraum belassen, siehe #196a und dieser gibt einen "Einblick" in die Typologie. vgl. #196b. Am Ende des röhrenförmigen Kanals ist ausserhalb eine Vogelgestalt zu erkennen, die sich um diese Kanalöffnung windet und mit einer großen Kralle einen Kreis bildet, bei dem sich Schnabel und Krallenfuß treffen.Eine geniale "Bilderschrift", das Tier erinnert an Flugsaurier? Man achte auf die Bearbeitungsspuren.
Flintknolle mit wenigen Markierungen an dieser Seitenansicht. Es wird das naturbelassene Element am Gestein vorgestellt, um einen Eindruck zu vermitteln, wie solch eine Naturknolle Anreize liefern könnte, hier eine fliegende Vogelgestalt, nachzubilden oder zu gestalten. / Flint-nodule showing natural elements on the stone, introducing here the shape of a "flying bird type" to the "sculptorer" for shaping or fashioning.
Foto Nr. 198/198a Der natürliche Hohlraum dieser Flintknolle wurde vom damaligen Bildhauer sicherlich ausgewählt, um bei diesem fliegenden Vogel über die schwarze Flintart und die weiß Kortex einen flugfähigen Vogel darzustellen. Zwar liegt der abgespreizte Flügel noch immer eng an der Figur, doch wenn man das Objekt wendet, entsteht ein weiterer Eindruck (siehe Aufnahme 198a) „Vogel im Fluge“. Siehe dazu auch die folgenden Fundobjekte.
Foto Nr. 199 Auf der hochgestellten Schwinge erkennt man „Kratzer“ als Ritzspuren, sollte dieser Flügel vielleicht abgetrennt werden, Immerhin gibt es Einzeldarstellungen von Köpfen und Füßen, warum dann nicht auch einzelne "Flügeldarstellungen"? Da in meiner Sammlung solche Flügelteile nicht bedacht wurden, ist das Thema inzwischen aus der Sammlung ALAN DAY`s, OHIO, USA bekannt geworden (vergleiche dazu www.daysknob.com)
MIKROLITHISCHE FUNDPALETTE MIT GESICHTSANDEUTUNGEN
Foto Nr. 201 Nicht nur auf Schwingen sondern auch auf einfachen Vogelformumrissen sind hier und da Gesichter gewollt, Beispiel:
Für weitere mikrolithische Vögel in der nächsten Fotoreihe Beispiele dazu.
Bis auf hauchdünne Splitter reduzierte Vogelgestalten aus Kernsteinen oder unter Einbeziehung von Feuersteinrinde sind alle Elemente zur Gestaltung dafür einbezogen worden. Vergleiche dazu nachstehende Ablichtungen.
.Hier erscheinen nun die ersten grobkristallinen Gesteinsarten aus der mikrolithischen Palette, Dabei war die Form der Eule ein Leitfaden für die Ergreifung weiterer, auch großerer Stücke. Die Eule wird häufig im Inventar angetroffen, aber nicht nur als Einzeldarstellung sondern oft auch sehr „verschlüsselt“ als multifigurales Element, dem man erst wie bei den bekannten „Suchbildern“ auf die Spur kommen muss. Ihr haftet eine lange Tradition von Darstellungsweisen an, wovon wohl die älteste der entdeckten und datierten Objekte aus der Jungsteinzeit stammen könnten, die aus Höhlenritzung von Le Portel (siehe „Frühe Spuren des Menschen“ von ANDRE LEROI-GOURHAN „HÖHLENKUNST in FRANKREICH“) und aus der Höhle TROIS FRÉRES, südliches Frankreich, stammen. Über das Neolithicum hin zur Bronzezeit wurde das Eulenmotiv immer wieder eingesetzt und so sind auch die ihr anhaftenden Attribute entsprechend variable. Neben Todesbotin oder Unglücksbringer, war sie früher der am wenigsten „geliebte“ Vogel der Menschen, doch überlebte die Eule alles ihr angedichtete Negative und hält tapfer den Status positiver Eigenschaften, wie Vogel der Weisheit und Abwehrvogel des Bösen. Bei den unterschiedlichen Darstellungsweisen, z.B. auf Vasen, Stelen und Gedenktafeln, die von „übergroßen Augen,“ oder nur Herausstellung des Schnabels, kleinen Punkten als Augenandeutung usw. ,geprägt sind, ( siehe dazu die Seiten 190 bis 1994; M. GIMBUTAS, „The Language of the Goddess) möchte ich meine Eulenfunde mehr über die Gefiederstellung als Merkmal, wie schon bei der kleinen Graniteule aus Groß-Pampau gezeigt, aufblättern. Dieses offenkundige Merkmal zeigt sich bereits an sehr alten verrollten Feuerstein-Skulpturen und wird am deutlichsten bei vielen verschiedenen ausgewählten Materialen, wie auch verkieseltes Holz.
Objecte Foto Nr. 208b und 208c zeigt eine Steinmaske in Form eines kleinen Keiles. Hier braucht es schon den geübten Blick, die Eulen-Abbildung links aufliegend zu erkennen. / -form of a scmall cleaver, only the trained eye will find here the Owl motive on the left side of this flintstone - mask
Foto Nr. 208 / 208a / 209 Beim Aufgreifen dieser Objekte, gab keines der Stücke einen Hinweis auf eine Skulpturenthematik wie z.B. „Eulengesichter“ zu erkennen. Das Merkmal zur Erkennung war lediglich die Formgebung mit jedoch Hinweisen dazu, wie es bei Foto 207 schon ersichtlich wird. Im oberen Bereich erkennt man „Fingerkrallen“, die ein Beutetier hochhalten. Dem Stück haften Farbspuren an. Foto 209 ist ein sehr gerollter Feuerstein, der in der Formgebung einer Eule bzw. einem Kauz gleicht
Noch klarer werden durch die Farbspurenanhaftungen, mit einem hellen und dunklen Augenfleck, an diesem quarzitischen Stück die Themenzusammenhänge verdeutlicht. Geschlossenes oder geöffnetes Auge.
This bird is shaped in flintstone showing that light and shadow make the beak look like wide open. This theme is compared with next objects. Dieser kleine Vogel aus Feuersein hat durch den Lichteffekt von Schatten einen geöffneten Schnabel. Das Thema mit den folgenden Fundstücken verglichen.
Die Vogelform dieses, nur 10cm großen Feuersteins, wird wieder über seinen Umriss verdeutlicht. Bei leichter Drehung aber erscheint ein „Gesicht“ mit aufgerissenem Schnabel. Unten eine weitere Art dieser Thematik.
Ein „Strandsandfund“, von der spanischen Insel LANZAROTE. Die erste Ablichtung der Skulptur hat den Schwerpunkt auf die Rückenlinie des Vogels gelegt. Dort wird eine Einkerbung sichtbar, die ich für eine gewollte Rille zur Andeutung der Flügel halte. Daneben liegt ein Fundstück, mit künstlichen Ritzungen.
Foto Nr. 213 / 213a Zum Abschluß der Vogel-Typologie aus der Groß-Pampau-Serie die gleiche Vogeldarstellung wie auf Foto Nr. 205a gezeigt, hier nur in Großformat Vorder-und Rückseitenansicht. Die standardisierte Umrißgemeinsamkeit wird offenbar und erinnert an die Vorläufer einer Bilderschrift, wie die ägyptischen Hieroglyphen.
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