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T i e r d a r s t e l l u n g e n

Allgemein betrachtet ist dieser Themenkreis sehr komplex und häufig wurde durch  die replikative Archäologie (Methode des Studiums früher Technologien und genaues Reproduzieren ähnlicher Produkte) die Frage nach der  Wiederholbarkeit solcher Funde gestellt.

Wie haben die Menschen das früher wohl  gemacht? Bei  eigener Antwortsuche, wurde erkannt, dass hier die Lösung der Frage wohl eher im Bereich des Materialangebotes liegt und nicht so sehr in der Geschicklichkeit der damaligen Steinschläger. So liegen im Inventar der Sammlung aussagefähige Funde dazu vor.Vergl. nachstehendes Foto

Foto 89

Foto 89


Die knollenartigen Gebilde des Feuersteinmaterials hatten Vorformen, z.B. die einer Fischsilhouette, die man gut nacharbeiten oder verstärken konnte. Wie man allerdings den verhältnismäßig harten Feuerstein ( Härtegrad 7 ) ritzen konnte, welches hier auch im Sammlungsinventar durch Fundobjekte belegt wurde, bleibt erklärungswürdig.

Auch wenn nicht alle Fragen dazu beantwortet werden können,  sollte man diesen Umstand  nicht nutzen, um das „Problem der norddeutschen Figurensteine“  einfach wegdiskutieren zu wollen oder so sehr mit hypothetischen Fragen überfrachten, damit eine Beschäftigung mit dem Thema gar „nutzlos“ erscheint.

Ein aussagefähiges Forschungsmaterial wird so der Vernichtung überlassen, welches unwiederbringlich sein wird, bedenkt man nur allein das Potential hiesiger und heutiger Bildhauer mit dem Material Feuerstein umgehen zu  können, sollen oder zu wollen?

Zum Thema der immer wieder  geforderten, deutlich sichtbaren Arbeitsspuren noch eine weitere Beobachtung vor Ort. Feuersteinknollen, auch großformatige, wurden mit Seilschaufelbaggern ans Tageslicht geholt, auf  Gittersieben  zur Körnungssortierung verfrachtet und dann mit Tiefladern auf Steinhalden geschüttet. Bei  diesem Schüttvorgang konnte beobachtet werden, wie sich zwei „Splitterstücke“ von einer bereits beschädigten Feuersteinknolle abtrennten. Diese  2 Splitter wurden auf der Steinhalde aber wiedergefunden und  mit der Knolle zusammengepasst.

Das Ergebnis überraschte, der kleinere Splitter demonstrierte sich als der sogenannte Schlagkegel, der  vom größeren  Splitterstück abgesprengt war. Damit hatte man eine Trümmerstück-Vorform ohne Schlagmarkierung ( ein  wichtiges Kriterium zur Erkennung von schlagtechnischen Einwirkungen seitens des Menschen)  zur eventuellen Weiterverwendung vor sich, wie wir es noch auf vielen Feuersteinskulpturen sehen werden.

Die fehlende Schlagkegelform als „Mangel“ in der Fundgutbewertung, welchen  man dann als Ablehnung von figürlichen Funden  benutzt, um  diese der Naturbildung zuzuschreiben?

An der Überkornhalde konnte, wer es wollte,  die „Zwiebel-Abschläge“ aufsammeln,  um entweder diesen Fundplatz als „Schlagplatz“  zu belegen, oder um nun damit zu beweisen, dass ein Schlagkegel, der ungewollt an einer Skulptur verhaftet war, auch vom Steinschläger selbst hätte „entfernt“ werden können?

Weil aber solcherlei Fragen kaum so interessant gewesen sind, wie die Skulpturen selbst, war diese Forschung nach  den fehlenden Schlagmarken zurückgedrängt worden.

Zwar wurden die Splitter im Sammlungsbestand aufbewahrt, aber dennoch kann allgemein betrachtet gesagt werden,  rezentere Eingriffsmerkmale sind an den  Steinen mit geübtem Blick sofort erkennbar. Darauf  rückschließend gab es  keinerlei schlagtechnischen Eigenversuche  oder andere Experiment mit dem Fundgut,  egal welcher Art,  um es  nicht als eventuelle „Eigenproduktion“ oder Fälschung deklariert zu bekommen.

Foto 88a

Es ist hier das gleiche Objekt von Kapitel I, Foto 88 gezeigt, hinzugefügt wurde lediglich die Gestalt einer kleineren, separaten identischen Tierfigur.

Das Motiv der kleineren Tiergestalten  im Verbund mit anderen (Mutter und Kind) wird später nochmals bei der Fotovorlage von Affen-Darstellungen aufgegriffen und belegt. Es ist jedoch k e i n e  Feuersteinfigur und damit ergeben sich gänzlich neue Fragen über die Fertigungsweisen der gesamten Figurenpalette.

Foto 90


 Beide Objekte wurden als "zusammengehörig" aus dem gleichen Sandauswurf  entnommen.Das Gesteinsmaterial ist identisch aber die Formgebung unterschiedlich. Eine Tierkörperdarstellung und ein symbolisches „Werkzeug“. Solcherlei Identitätsmerkmale konnte man auf sehr unterschiedlien Gesteinsarten immer wieder aufgreifen. Siehe dazu auch Foto Nr. 90a Hier ist der Tierkörper auf einem flachen, plattenartigen Gestein herausgebildet und stellt einen Bären dar, neben einer "Pfeilspitze".

Foto 90a

Für die interessierten Sammler soll extra betont sein, die Funde lagen dort nicht nur so zum Auflesen herum, es gab häufige Schürfungen, bei denen keine Skulpturen ausgebaggert wurden.

Foto 90b

Foto 90c

Foto 90b und 90c sind hier        separate Funde,  welche   lediglich optisch in einen Vergleich gesetzt wurden. Schnell ist man geneigt, sie wegen ihrer  Ähnlichkeit in der Farbgebung, als  zusammengehörig zu betrachten. Beide Stücke haben den Feuerstein als Ausgangsmaterial gemeinsam, dennoch sind sie sehr verschieden. Die als sitzende , menschliche  zu bewertende Figur ist ein sogenannter „Kernstein“; alle Rindenanhaftung, die Kortex, wurde rundum entfernt, hingegen ist sie bei der Tiergestalt in Teilen belassen worden. Die Kortexbelassung wurde als Merkmal sehr wichtig, denn sie kann durch die Patinierung der Skulpturen einen gemeinsamen Einbettungszustand vermuten lassen. Vergleiche dazu nun die nächsten Fotos.

Foto 91

Foto 91a

Foto 91b


Foto 91c

Durch gleiche Patinierung und anhaftender Kortex ist eine Zusammengehörigkeit signalisiert und diese vermittelt gleichzeitig den Eindruck einer Bilderschrift. Der Frage einer Bilderschrift näher zu kommen, war ohne zusätzliche Unterstützung kaum möglich. Drei aktive Schürfungen und ihre Auswürfe an unterschiedlichen Stellen im Grubengelände ständig zu observieren, um noch mehr aufschlussreiche Funde zu erfassen, war für eine einzelne Person nicht immer möglich. Zu schnell wurde das Schüttgut umgelagert oder gleich abtransportiert. Auch wenn hier und da Sammler eingeladen wurden, war es schwierig, die selbstentwickelte Merkmalmethode so zu vermitteln, dass man sofortige Resultate hätte erwarten dürfen. Vielmehr war man geneigt, die Stücke als individuelle „Kunstwerke“ zu sehen mit Eigenständigkeit. Unvorstellbar war vielen auch generell ein Konzept hinter dieser komplexen,  figürlichen Objektpalette zu vermuten, obwohl  figürliche Elemente in den Anfängen von Schriften zu beobachten sind. Vergleiche dazu einschlägige Veröffentlichungen wie "Die Erfindung der Schrift" unter FRUEHZEIT DES MENSCHEN von Robert Claiborne.

Foto 92

Foto 92a

Foto 92b

Foto Nr. 92 u.Nr.92b          sollte im Verbund gesehen werden. Dieser Echsenkopf und seine Wiederholung in anderen Gesteinen, lässt eine Krokodil-Spezies  vermuten,  dann auch als Vollfigur aufgegriffen, war die vorherige Spekulation abgesichert.

Foto 93

Foto Nr. 93       Zeigt einen Schlangenkopf. Der Motivkreis ist durch weitere Funde im Inventar bestätigt.

Foto 93a

Zwei weisse Punkte im schwarzen Bereich dieses Kopfes einer angriffslustigen Schlange sollen hier die  Augen darstellen

Thema: Wasser und Landschildkröten sowie der Kopf eines Flusspferdes:

Foto 94              Flusspferd

Die nun folgenden Fundstücke sind die sogenannten „portables“ zum Themenkreis des auf Foto Nr. 15 vorgestellten 2,5 Tonnen schweren Findlings in Form einer Schildkrötenart. Wieder sind extra „Kopfdarstellungen“ gefunden worden und gleichzeitig wird die Bandbreite der Materialverwendung sichtbar.

Foto 95

Foto Nr. 95        mögliche Landschildkröten

Foto95a

Foto Nr. 95a          Klingenartiges Objekt mit Retusche (traditionell als Werkzeugkante gewertet) Danach müsste der Griff dieses „Werkzeuges“ dann figürlich gestaltet worden sein.

Foto 95b

Foto Nr. 95b           Zwei Schildkrötenköpfe, das  oben stehende Objekt ist ein  linksseitiger   Profilkopf .

Foto 96

Foto 96a  Großes Granitobjekt, ebenfalls eine Schildkrötendarstellung

Foto 97

Fotos Nr. 97 / 97a  BEEGDEN-FUND, diese Echsen-Skulptur wurde auf dem Fundplatz bei ROERMOND, NL von mir aufgegriffen.


Es ist diese überwältigende Fülle von Funden nun, die hier offensichtlich wird und gleichzeitig  überrascht, dennoch auch lange Zeit „unverstanden“ blieb. Wie konnten solche Mengen von Figürlichkeiten so lange unerkannt geblieben sein, fragten sich selbst Kenner der Materie?

Man verwies auch auf die Motivkreise, die Prof. W. Matthes 1966 bereits erwähnte.( S. 60 „Die Motive der figuralen Eiszeitkunst.“) Er hatte davon Abstand genommen, Menschenfiguren oder gar die geometrische Formenwelt in seinem Buch „Eiszeitkunst im Nordseeraum“ zu zeigen, unterteilte jedoch in 3 Hauptgruppen: Tierfiguren Tierköpfe und Menschenköpfe

Diesem vorgegebenen Schema will ich vorerst treu bleiben, aber es muss erweitert werden, um meine Untergruppen der „Exoten“, wie Schlangen, Krokodilen etc. Raum zu geben.

Weiter unterteilte er  seine Tierfigurengruppe  in Vierfüßler, Vögel und Fische.  Bei den Köpfen verwies er auf die Sonderstellung der maskenartigen Gebilde, von denen auch einige in andersartigen Gesteinen als Feuerstein vorkommen. Dennoch waren seine vorgestellten Figuren vom Feuersteinmaterial  geprägt, ganz im Gegensatz zu diesem untersuchten Fundplatz von GROß-PAMPAU, Schleswig-Holstein. Der Einsatz von  „nicht nur Feuerstein“ ließ die Anzahl der Funde fast explodieren. Doch ergab sich damit gleichzeitig die Möglichkeit, hier die Artefakt-Frage zu klären, denn  nicht alle Steinarten haben durch ihren mineralischen Aufbau ein  identisches Bruchverhalten, und machten  somit Vergleiche über Formen und deren Abmessungen möglich, dazu mehr im nächsten Kapitel.

Jedenfalls war die Motivwiederholung ein Zeichen, dass Themen „kopiert“ worden sind. Die nicht mehr naturalistische Wiedergabe einzelner Tierarten sagt unter anderem aus,  es ist bereits  stilisiert worden und damit waren einzelne Funde,  ohne einen Verbund mit den Urformen,  kaum mehr interpretierbar, dennoch sollten  sie gezeigt werden und brauchen eine Untergruppenstruktur. Vergleich dazu nun einige Beispiele: TRANSL: of this last paragraph: Repeated motif depiction of sculptures is indication, that people did "copy". The not so prominent characteristical feature of some species is indication, that sculptures are fashioned in  stylization, now bearing by nature the peculiarity,  of not getting  recognized  for their correct  species. Separation like done here, or  perhaps  even   a new sub-structure  is needed for the  presentation of these often very fine sculptures.

Foto 98

Foto 99

Foto 100

Foto 101

Fotos Nr. 98 / 99 / 100 / 101 compare with www.daysknob.com  USA. (klick LINK) showing  an object  with similarities to this sculpture, presenting  there 2 animals  heads on  a larger lime stone.

KLICK AUF ausgwiesenen Link, und  vergleiche    ÄHNLICHKEITEN  zu einem Kalksteinfund aus den U.S.A.  WIE BEI DIESER SCULPTURE HIER, sind  bei dem Fundobjekt dort,  doppelte KOEPFE,  ANGELEHNT  AUF  einer SKULPUTUR zu erkennen.

ANDERE TIERMOTIVE

 Bevor aus der Kategorie „Vierfüßler“-Dickhäuter oder Rüsseltiere - gezeigt werden, sollen noch einige andere Exoten, wie Affenskulpturen von Interesse sein. Eigentlich gehören diese beiden Tierarten nach meinem Fauna-Verständnis zusammen. Unklar war mir jedenfalls, als ich mich mit anderen Sammlungsbeständen auseinandersetze, warum immer von Elefantenfunden die Rede war, jedoch niemand dazu gleichzeitig  Affenskulpturen finden  konnte? Sollten meine Funde denn wirklich so „einzig“ sein?

Und warum war dieser Motivkreis nicht schon bei Prof. W. Matthes in den 60iger Jahren erkannt? Offensichtlich spielen hier doch die untersuchten Schichten eine Rolle? Die Zeit geht voran. Inzwischen aber wird  die Thematik  anderen Ortes,  z.B. Süddeutschland und Holland längst bestätigt.

Die Wissenschaft geht den Entwicklungsfragen vom Affen zum Urmenschen über Knochenfunde nach, deren Entdeckungen immer zahlreicher werden, doch leider auch immer älter datiert sind und damit immer seltener einer menschlichen Linie zugesprochen werden.

Als Ausgleich dafür werden jetzt alte Schimpansenwerkstätten in Afrika ausgegraben, aus denen man ablesen kann, dass diese Tiere Steine und Holzambosse zum Nüsse knacken benutzt haben sollen (HA-Meldung 28.5.2002).

Nun hat das Werkzeug „Stein“ für Mensch und Tier seine Funktionstüchtigkeit bis in die heutigen Tage immer wieder unter Beweis gestellt, woran keiner zweifeln kann. Rückblickend auf 20 Jahre meiner privaten Forschung hier im Lande, (ohne Sponsorengelder, ohne Stiftungsgelder und ohne öffentliche Mittel) hatte diese Meldung dann einen ganz anderen Aussagewert.

Es sollte  wohl   daran erinnert werden, wo wir alle unsere Ursprünge haben, damit dies auch nicht überlagert, gar in Zweifel oder nur zurückgedrängt werden kann  durch mögliche andere Fundmeldungen, erklärt es  damit gleichzeitig die gänzliche Interesselosigkeit einer wissenschaftlichen Elite im Lande, was meine Heimatforschung hier betrifft.

Es gab weder Hilfestellung bei Untersuchungen noch Datierungshilfen. So  grenzt es fast schon an eine  vergessene archäologische Pflicht, wollte ich mich nicht bemühen, meine Funde publik zu machen, denn gemeldet wurde dieser Fundplatz an die zuständigen Behörden ordentlich und pflichtgemäß. Bleibt mir nur noch die Arbeit,  die Objekte zu beschreiben und vorzuzeigen, welches jetzt, im Zeitalter des Internets, in nachstehender Fotoserie möglich ist.

Foto 102

Foto 103

Foto 103a

Foto Nr.  / 103 / 103a (zur Sehhilfe)
Gezeigt wird die Vorder- und Rückseitenansicht  eines Fundes aus Feuerstein mit einem eingeklemmten Kieselstein. Ich überlasse es natürlich jedem Betrachter, was er darin sieht.

Foto 105

Foto Nr. 105         Hier ist eine Figur  im Bereich des Kopfes bearbeitet. Schwach erkennt man ein Augenpaar durch 2 weiße Punkte.

Dafür ist als Fellandeutung die Kortex belassen worden und auf dieser erkennt man ein Kleintier, fest im Fellkleid verkrallt. Themenidentisch mit dem Motiv von Foto 104 eine Mutter und Kindfigur.

Foto 106

Foto 107

Foto 108

Fotos Nr. 106 / 107 / 108       Alle drei Funde sind ebenfalls themenidentische Darstellungen, nur hat das Objekt Nr. 108 keine so deutliche Kopfdarstellung, um als Affe identifiziert zu werden, dies kann nur über seine Rückenkontur erfolgen, die wiederum identisch mit dem Rücken   kleinen Gorilla-Figürchens ist, welches noch gezeigt wird.

Foto 109

Foto Nr. 109          Es soll wahrscheinlich eine Pavian-Büste sein. Das Fellkleid legt sich fast bis auf die schwache Augenandeutung, den großen Kopf hat man schon auf der Figur Nr. 102 gesehen.

Foto 110

Foto Nr. 110           ist ein kleiner mikrolithischer Fund, der aber das Thema der Brustdarstellung nochmals verstärkt.

Foto 111

Foto 111a

Fotos Nr. 111 / 111a     aus 2 Blickwinkeln betrachtet, ist dieses Feuerstein Objekt in jeder Hinsicht absichernd für die bereits gezeigten Affen-Funde.

Einmal ist das Thema Mutter und Kind wiederholt und obwohl das Feuersteinstück doch erheblich kleiner ist als die Pavian-Büste, sind beide Funde in ihrer Umrissform identisch. Weiter erkennt man 2 weiße oder helle Flecken , die als Augenpaar zu deuten sind, wie man es schon auf dem Foto Nr. 105 erkennen konnte. Alle kleinen Details berücksichtigend, darf man schlussfolgern, diese Thematik ist vor Ort „anstehend“, d.h. hier sind keine „hineingetragenen Fundstücke“ abgelegt oder abgelagert worden.

Foto 112

Foto Nr. 112       Eine stilisierte Affenskulptur, man vergleiche die Kopfdarstellung mit dem nächsten Objekt aus Feuerstein.

Foto 113

Foto Nr. 113       Hier in sitzender Pose wiedergegeben, die Ähnlichkeit der Gesichter ist beachtenswert.

Foto 114

Foto Nr. 114        Dargestellt ein Affenkopfmotiv als Profilansicht, wie die vorangegangenen Funde, hier mit einer Fellandeutung über die Feuersteinstrukturen.

Foto 115

Foto 115a

Foto 116

Fotos Nr.115/115a / 116/ Eine Auswahl an stilisierten Affenköpfen, entweder Jungtiere oder Gattung kleinerer Affenarten.

Foto 117

Foto Nr. 117 Dieses Objekt belegt den Einsatz von Farbe zur Augenandeutung auf  einer Sandstein-Skulptur.

Foto 118

Foto Nr. 118       Als  Steinkopf soll offensichtlich auch  hier eine Affenart dargestellt werden, und hat, wie schon auf dem Foto 117 angedeutet, ebenfalls ein zopfartiges Ornament.

Foto 119

Foto 120

Foto 12o II

Foto 121

Foto 122

Fotos Nr. 119 bis 122       Die Umrisslinien dieser Funde sind hinweisgebend auf Affenarten wie Pavian oder gar Schimpanse. Besonders der Fund auf Foto 122 hat zum Teil Fossilcharakter wie ein Abdruck. Wer kennt sich hiermit aus?

Foto 123

Foto 124

Fotos Nr. 123 / 124      Zwei stilisierte Profilansichten von Affenköpfen in kleiner und großer Ausführung, davon ist der kleinere sehr verrollt oder verrundet.

Foto 125

Foto Nr. 125     Zum Abschluss und gleichzeitiger Ergänzung der in Teilen vorgestellten Palette von Affenarten, hier nun ein optischer Vergleichsfund aus den genannten Kiesen und Sanden. Mit einer anatomisch korrekten Detailwiedergabe von Ohren und geöffnetem Maul scheint es ein Vertreter der meistverbreiteten Landraubtiere, dem Wildhund (Wolf), zu sein.


Anerkannte Vergleichsobjekte aus anderen Ländern:

AFRIKA und ISRAEL

Beginnend mit der Hebung eines nicht utilitaristischen Gegenstandes, der bereits in der „ARCHAEOLOGISCHE Berichten“ Heftserie Nr. 20  vorgestellte wurde, sollen 3 beispielhafte Exemplare zur Betrachtung gelangen, die eine weltweite Anerkennung erlangt haben.
AFFENKOPF AUS AFRIKA

Abb.Nr.I

Aus „Bilderbuch der Steinzeit“ (AB Nr.20 S.65) zitiere ich  nachfolgende Anmerkung: Die erstmals für das gesamte Nord- und Ostseegebiet erschlossene Vielfältigkeit einer Skulpturenthematik über „Affenarten“ wurde von  Frau U. BENEKENDORFF unabhängig und in völliger Unkenntnis nachstehender Dissertation gemacht.

Mit einer verifizierten Datierung der Fundschicht von 1,8 Millionen Jahren ist das Objekt 79x54x 49mm groß und wurde vom Foto nachgezeichnet.

In der Fundschicht „FLK North“ im „Upper Bed I“ wurde ein bearbeitetes „Phonolith-Geröll“ in direktem  Zusammenhang mit einer OLODWAN - Fundkonzentration“ ausgegraben und  in der Dissertation von Frau MARY D. LEAKEY „OLDUVAY Gorge“ (Teil 3. 1971, Seite 269), wie nachstehend frei übersetzt ,  festgeschrieben: ...“Zum Abschluss dieses Überblickes über das „Olduvai-Steinmaterial“ und der „entwickelten OLDOWAN- FUNDPLÄTZE, verdient ein gekerbtes und  beschlagenes
Phonolite – Geröll aus dem „Upper Bed I“, FLK North, Erwähnung. Dieser Stein ist ohne Frage artifiziell geformt, aber es erscheint unwahrscheinlich, dass er als „Werkzeug“ irgendeinem praktischen Verwendungszweck diente. Es ist eine Parallele vorstellbar, die zu einem Quarzit - Geröll aus MAKAPANSGAT (DART 1959) existiert, bei dem natürliche Auswitterungserscheinungen den Anschein von Ausmeißelung zweier Gruppen von  Hominiden  oder besser Menschenaffengesichtszügen, auf Teilen der Oberfläche erweckt.Die Ähnlichkeit mit  „Affengesichtern“ ist auf genanntem Stück sofort auffällig, obwohl es ansonsten  gänzlich  „natürlich“ ist, wo hingegen im Falle des OLDUVAI- Steines    eine ganze Menge  Vorstellungsgabe aufzubringen ist, um irgendein Schema oder gar eine Bedeutung zu erkennen. Bei indirekter Beleuchtung jedoch entsteht der Eindruck von einem
langgezogenen pavianartigem Maul mit Nasenlöchern. Sicher nicht mehr als nur ein Zufall ist, dass die ausgemeißelten „Fugen“ des OLDUVAI – Gerölles gegenüber dem Stück aus MAKAPANSGAT von einer ähnlichen, hier aber „natürlichen“ Kerbspalte gekennzeichnet ist, und in beiden Exemplaren die Positionen der Kerben darin übereinstimmen, dass sie als Haaransatz zu deuten wären, würde hier eine anthropomorphe Interpretation in Erwägung gezogen. Dieses soll für Fragen offen bleiben, aber davon unabhängig ist das Vorkommen von solchen Steinen auf „Hominiden-Fundplätzen“ aus so entfernten Epochen von beachtlichem Interesse.“ Zitat Ende.

Im Gegensatz zu dem hier erwähnten MAKAPANSGAT – STEIN ist leider der OLDUVAI-FUND  völlig aus der wissenschaftlichen Diskussion verschwunden. Oder ist es lediglich ein „Versehen“, dass er selbst in der akribischen Auflistung  weltweiter Palaeoart-Gegenstände nicht gezeigt oder wenigstens aufgeführt wurde? Vergleiche dazu: R. BEDNARIK 2003, „The earliest evidence of Palaeoart” (“Rock Art Research 2003  Volume 20 Nr.2 p. 89-104).

Doch vielleicht fehlten hier nur die optischen Besonderheiten, um das Stück als “Kunstobjekt“ einzugliedern?

PROTO - ART AUS ISRAEL

Abb. II

Abb. Nr. II  ( Quelle: “Focus”)
Auch dieser wenig ansprechende kleine ( ca. 3cm) „Lavastein“ ist nicht gerade mit artistischen Fertigkeiten ausgezeichnet worden, dennoch ist er 1981 bei wissenschaftlichen Grabungen der Aufmerksamkeit von Ausgräbern nicht entgangen. Als Torso mit weiblichen Attributen ausgestattet, trägt diese kleine Statuette nunmehr eine Altersdatierung von mindestens 233.000 Jahren.  Untersuchungen bestätigten Ritzungen als künstliche Eingriffsmerkmale und somit ist diese kleine Skulptur ein integraler Bestandteil eines Acheulèen Techno- Komplexes von „Werkzeugtypen“, die aufgrund einer mehr als hundertjährigen Forschungsgeschichte den Experten wohl bekannt, aber  nicht im Zusammenhang mit diesem figürlichen Fund publiziert worden sind. Geologische Deckschichten des Fundplatzes sicherten die Datierung und das Figürchen ist 1997 als ältestes Proto- Artobjekt der Welt in Israel ausgestellt worden.

Einige persönliche Anmerkungen zum Umstand von Zufallsfunden.
Wem als Laie der Zufall einen solchen Fund in die Hände spielt – so geschehen auch in meinem persönlichen Fall  im Jahre 1984/85  „vor  eigener  „Haustür“, als aus der Kiesgrube GROß-PAMPAU Sande abgelagert wurden, die artefaktverdächtig erschienen, ja der hatte damals erst einmal  ein echtes Problem, weil,........ und so schreibt ERNST PROBST  es in „Deutschland in der Urzeit“ Seite 335 im Kapitel über Vormenschen in Deutschland fest: (ich zitiere aus dem Text):
„Bisher ist in Deutschland nicht ernsthaft versucht worden, die pliozänen und altpleistozänen Ablagerungen, in denen zumindest vom Alter her theoretisch Spuren von Australopithecinen bzw. Homo habilis überliefert sein könnten, in großem Stil zu untersuchen. Im Gegensatz zu vielen afrikanischen Australopithecus-Fundstellen, an denen Vormenschen-Skelettreste oft auf der Erdoberfläche entdeckt werden, müsste man hierzulande die in Ton-, Sand- und Kiesgruben sowie in Steinbrüchen aufgeschlossenen pliozänen und altpleistozänen Schichten über lange Zeit hinweg aufmerksam untersuchen." Zitat Ende.

In der besagten Kiesgrube von GROß-PAMPAU aber handelte es sich um miozäne Sande und Kiese, so meine Recherchen später, also wurden meine Funde aus der Sekundärfundstelle (vor der Haustüre) als „Spielereien der Natur“ abgetan und erschienen an offizieller Stelle, .....“nicht von archäologischem Interesse“.
Bei gut ausgeprägtem und nun erst recht gewecktem  eigenem Interesse jedoch, konnten nur Literatur und Museumsbesuche vielleicht weiterhelfen? 

Die Vitrinen dieser Häuser zeigten lokale Funde wie Pfeilspitzen, Klingen und Schaber, all das, was auch in einer spärlich zugänglichen Fachliteratur greifbar wurde.

Was die figürlichen Funde der Prof. Dr. W. Matthes-Forschung aus den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts betrifft, so war diese Thematik tabuisiert und nur nach recht umfangreichen Recherchen, traf ich dann auf insider, die hier Hilfestellung gaben, doch Anschauungsmaterial, wie man es in Museen erwarten dürfte, gab es nicht. Dabei dürfte es ein Einfaches sein, bei Ausstellungen auf Kontroversen aufmerksam zu machen, die ja in wissenschaftlichen Kreisen die Forschungsimpulse liefern. So aber schien es, als seien die „Grauzonen“ zu diesem Themenkreis erst künstlich geschaffen.

Seine Literatur zur „HELGOLAND- AUSTELLUNG aber war auch längst vergriffen. Was also blieb anderes zu tun, als selbst vor Ort zu „forschen“.

Hierbei  habe ich dann meine ganz eigenen Kriterien dazu entwickelt, wie im Heft Nr. 20, Seiten 20 und 21 der niederländischen Heftserie „Archaeologische Berichten“1990, nachzulesen ist. Bei Anwendung dieser entscheidenden Unterschiedlichkeiten in der Herangehensweise und Prioritätensetzung sowie ausschlaggebenden Betrachtungsweise des gesamten Steinspektrums, waren die  R E S U L T A T E  sofort vielversprechend.

So  gab es auch bei meiner Verfahrensweise den Einbezug von „Naturprodukten“, wie ich belegen werde. Doch zuvor soll der seltsam geformte Naturstein von MAKAPANSGAT/AFRIKA, das Bild von anerkannten Funden vervollständigen.

Abb. Nr.III

Der MAKAPANSGAT GESICHTSSTEIN  -- Bild-Quelle „The Human Animal” by Desmond Morris 1994

Im wissenschaftlichen Visier und Paradigmenwechsel steht dieser “Naturstein-Fund” aus dem Kalksteinbruch von MAKAPANSGAT, Süd-Afrika, wo er bereits 1925 vonW. I. EITZMANN aus Bed 3 der Knochenablagerung von Affen und Vormenschen, den Australopithecinen, ausgegraben wurde. Der Stein besteht aus rotbraunem Eisenstein (jasperite) und wiegt 260  Gramm. Vergleichbares geologisches Material ist ca. 20 Meilen von der Höhle entfernt.
Bevor dieser Stein zum Belegstück einer neuen wissenschaftlichen These avancierte, musste er einen langen Weg zurücklegen. Seit seinem Auffinden, gelangte er erst mal in einer wissenschaftlichen „Versenkung“. Fast 50 Jahre „schlief“ er dort, bis man ihn einer ernsthaften Betrachtung unterzog. Immerhin gab es neuere wissenschaftliche Erkenntnisse. Dazu zählte in erster Linie die  Ausgrabung des OLDUVAN-Fundkomplexes. Dann gab es erweiterte Fundmeldungen von Vor- und Frühmenschen, auch aus Europa (BILZINGSLEBEN,  Deutschland) sowie der Forschungsfestschreibung 1968/69 von figürlichen Artefaktvorkommen im Nordsee-Raum, Deutschland. (Matthes-Forschung), wonach die HAMBURG-WITTENBERGENER Mergelfunde eine altpaläolithische Datierung einschließlich der Skulpturen tragen.
Dem MAKAPANSGAT-FUND kamen sicherlich  die neuen Betrachtungsweisen entgegen, denn seine offensichtlich als Gesichtszüge zu deutenden Merkmale sind herausstechend, auch wenn an dem  Stein  ansonsten keinerlei menschliche Eingriffsspuren zu finden sind. Dieses bestätigten die mehrfach vorgenommenen  Untersuchungen.

Die herausragende einprägsame  Qualität, so schlussfolgern einige Wissenschaftler, ist sicher schon dem Australopithecus vor 2,5-3 Millionen Jahren  aufgefallen, der diesen Stein wegen seiner Besonderheit  aufsammelte und ihn dann irgendwann in den Kalksteinbruch hineintrug und verlor. Eine neue These, die es zu verfolgen gilt, ganz besonders unter dem Gesichtspunkt einer möglichen Inspiration zur eigenen Kreativität bzw. eigenem Gestaltungswillen.  Selbst wenn hier noch keine Eingriffspur zu erkennen ist, sollte es von Interesse sein, wann der Vormensch begann, seinen gefundenen „Kuriositäten“ mehr Nachdruck zu verleihen, damit seiner künstlerischen Ader Antrieb zu geben? Leider ist uns heute nicht mehr bekannt, ob der Ausgräber  W. I.EIZMANN versuchte,  damals schon im Steinbruch selbst dieser Frage nachzugehen und so bleibt  wieder die „Einzelfundproblematik“ dominant.

WEITERE  SKULPTUREN AUS NORD-DEUTSCHLAND

Im weiteren Verlauf dieser Dokumentation werde ich immer wieder  Funde wie Fossilien einbringen und damit aufzeigen, dass gerade sie dem Menschen Anreize geliefert haben können, selbst gestalterisch einzugreifen und damit Skulpturen hervorzubringen, die vielleicht unserem heute verwöhnten Auge, einfältig und naive erscheinen müssen, aber vielleicht nicht sofort einem Einsatz und Zweck dienten, der allein durch Ästhetik gesteuert war, vielleicht  mehr in Richtung  zur IDEOGRAPHIE, siehe nächstes Fundstück einer von vielen Seeigelfunden aus der Grube von Groß-Pampau mit figurativen Elementen.    

Groß-Pampau 2 Seeigel-Funde

Seeigel im Feuerstein-Dreieck

Sonnen- oder Augen Symbolic

Fundumstände der Skundär-Fundstelle , auf der das Dreieck  mit Seeigel-Einschluss auffällig war ,werden in Kapitel IV beschrieben.


 "Seeigel-Sammlung" aus Dänemark 1976


 

DICKHÄUTER /  RÜSSELTIERE

Foto 126

Foto Nr. 126 Diese  Umrisslinie deutet auf ein Rüsseltier hin, mit aufliegendem Fossil.Vergleiche auch die weiteren Objekte in der folgenden Fotoserie in Granit bis Feuerstein../ Silhuette is typological here of an elephant ,carrying a fossil, not investigated so far.Material is clay.More shapes to be compared see next photo series mixed materials from granit rock to flint.

Foto Nr. 127

Foto Nr. 128

Foto 128a back side


Foto 129

Foto 129
Hier wird  eine natürliche Flintsteinknolle vorgestellt, die ähnlich dem MAKAPANSGAT-Pebble aus Süd-Afrika, kaum menschliche Abschlagkriterien aufweist, aber sicherlich als Kuriosität damals  wie auch  heute wiederentdeckt, auf sich aufmerksam gemacht haben könnte. Denn wie es scheint, sind Spuren einer gewollten Abtrennung nicht erwünschten Steinmaterials vorhanden, damit die Skulptur bei richtiger Betrachtungsweise (Standfläche nach unten) seine Aussageform beibehält? Das Stück ist bereits 1990 in der AB, Heft Nr. 20 von mir beschrieben worden. Es waren gerade die "fehlenden Abschläge" für mich ein Erkennungszeichen, die meine eigenen Thesen zur Untersuchung  damals stützten;  damit habe ich gänzlich unabhängig wohl voll im Trendwechsel einer neuen  wissenschaftlicher Betrachtungsweisen gelegen, wie das anerkannte Fundobjekt von Abb. Nr. III  nun beweist.

Foto 130

Foto Nr. 130
Ebenfalls zur Gattung der Rüsseltiere füge, ich diese Skulptur, hinzu, die ich auf der spanischen Insel LANZAROTE, entdeckt habe. Sie hat sehr viel Ähnlichkeit mit dem folgenden Fund aus Gross-Pampau, Schleswig-Holstein

Foto 130a

Foto Nr. 130 a
Unterstrichen durch extra Gestaltungselement ist hier wieder der Rüsselbereich herausgestellt, neben einer guten Kenntlichmachung des Auges.
Weiter von Interesse ist eine natürliche Mulde am Flintgestein, die offensichtlich als gewolltes Element vom Steinschläger einbezogen wurde. Es befinden sich innerhalb des Sammlungsbestandes  viele solcher Stücke mit sogenannten „Schalenvertiefungen“. Die Bedeutung hierfür ist  noch nicht recht bekannt.

Foto 131

Foto Nr. 131 u. Nr.132
stellen ein Mammut dar, wie es nach vielen Abbildern überliefert scheint. Seine gewollte Standfläche ist ineffizient, d. h. hier trägt die vorgesehene „Plattform“ das Objekt nicht selbständig. Wieder hat das Material Feuerstein eine natürliche, aber kreisrunde Vertiefung und beide Stücke sind eher in einer liegenden Position gut anzuschauen. Vielleicht hat die „Schale“ damit zu tun?

Foto 132......................................................

Foto 133


Foto 134

Fotos  133 / 134
sollen Frontalansichten  von Rüsseltieren wiedergeben, wie sie  selbst schon  im Buch „Eiszeitkunst im Nordseeraum“ auf Seite 89- Abb.12, von Prof. W. MATTHES als überwiegend Mittelpaläolithisch, aber im Material Feuerstein, vorgestellt wurden. Die mittelpaläolithische Absicherung erfolgte bei Prof. MATTHES auch durch fundortübergreifende Untersuchungen wie z.B. zu bekannten Ausgrabungsstätten der DORDOGNE; FRANKREICH: hierzu schreibt er auf Seite 47 „Eiszeitkunst im Nordseeraum“, ich zitiere „Wie gleichartig der mittelpaläolithische Formenschatz auf norddeutschen und südfranzösischen Fundstätten sein kann, mag durch die Zusammenstellung der Steinaltertümer von HAMBURG-SÜLLDORF B und LE LAC  bei NARBONNE  (Schrank 18 rechte Hälfte) gezeigt werden. An beiden Stellen handelt es sich um Oberflächenfunde, die bis in das äußerste Aussehen fast zum  Verwechseln ähnlich sind. Zitat Ende.

Fundstück aus der Sammlung Gr.- Pampau von E. Brockmann 1988.Als Heimatkundlerin wurde sie von mir auf diesen interessanten Fund-platz eingeladen und spätere Funde dort mit eigenen verglichen. Nach ihrem Tode ist die Sammlung auf wenige Interessierte  verteilt, aber überwiegend auf dem Bauhof der örtlichen Gemeinde als Schuttablage gelandet.Dieses imposante Stück war leider nicht mehr auffindbar.


RINDERDARSTELLUNGEN/BOVINE

In spanischen und französischen   HÖHLEN  findet man Darstellungen dieses Motivkreises recht häufig als gemalt, oder als Ritzung und Gravierung, seltener jedoch auch in Ton modelliert. Im Kapitel I dieser Fotodokumentation ist ein großer Findlingsblock mit dieser Tierart gezeigt (siehe Foto Nr. 27) Um hier diese Ähnlichkeiten zu unseren „portable“ Funden zu unterstreichen, zeigen die Fotos 28/29 bereits einige Beispiele.  This is a very common motif found  painted or carved, less often shaped in clay in the famous caves of Spain and France. A large red rock boulder of this species is presented in Chapter I of this documentation as well as in the more moderate  form of "portable" art objects Fotos Nr. 27 to 29


Foto 135

Foto Nr. 135
Mit dieser Feuerstein-Skulptur  wird ein Rind mit gewendetem Kopf und einem menschlichen Profilgesicht auf der Rückenlinie angedeutet. This flint-sculpture carries a human face in profile on the back of an bovine animal with a slightly bent neck.

Foto 136

Die jungpaläolithische Kunst kennt bereits das Motiv  des gewendeten Kopfes bei Tierdarstellungen / The late paleolithic art representation is already familiar with the motif of the" bent head"  within the animal typology.

Foto Nr. 136a

Fotos Nr. 136 und 1356 a
Die Wiederholung dieser Art von Gestaltung findet sich auch beim Thema der "Wasservögel mit zurückgelegtem Hals". Leider läßt diese Kleinskulptur keine genauere Definition der Tierart zu, somit ist hier nur die Grundform des Findlings mit seiner kleineren " Begleitfigur" von Interesse.This basic form of figuration is also found in the motif-pattern of "waterbirds with bent neck", but unfortunately this sculpture is hardly  interpretative, except that similarities are evident to the  larger boulder . 



Foto Nr.137

Im Zentrum dieser Flintstein-Skulptur befindet sich ein  Loch, die Skulptur steht nicht selbständig, so könnte das Loch zur " Aufhängung" gedient haben. / A hollow dominates the center of this flint-sculpture, unable to stand on its own, is it a possible pendant?  

Foto Nr.137a

Grosse Abschläge formen den Körper. Über die intakte Kortex erkennt man Eingriffsmerkmale um Kopfform sowie Auge und Ohr zu kennzeichnen./Noticable  percussions formed the shape of the body.The cortex indicate  removed patches to create the head, an eye and ear. 

Foto Nr.137b

Der Eindruck eines Jungtieres ist vorherrschend, aber ob die weiße Rindenanhaftung - oberhalb des kleinen Ohres - das Horn dieser Tierart signalisieren soll, bleibt offen./  The impression of a young animal dominates, therefore questions concerning a horn indicated   by  a  white  cortex spot above the "ear"  must remain open. Doch sollen die nächsten BEISPIEL-BILDER Nr. 138 bis 138f  helfen, einiges über GESTALTUNGSWEISEN VON OHREN  dieser unbekannten Kunstform  zu vermittlen, wie es schon am Beispiel vom Foto 125 (Hundekopf) offensichtlich wurde.The following examples show different ear-design like shown on the dog-head-sculpture Photo nr. 125 .See also examples of ear "desings" photo nr. 138 to 138f.

BEISPIELBILDER: Hasen und andere/ Hares and more

Foto 138 I

Findlingsgrosse Hasendarstellung/Menhirsize impression of a hare

Die nächsten Beispielbilder zeigen diese Tiergattung in sitzenden Posen, man beachte die unterschiedlich gestalteten Ohren in abstrakter, stilisierter oder naturalistischer Ausführung. Next photo series shows examples of this species presenting different styles of ear-shapes from abstract, stylistic to naturalistic.See photos #138 to 138e

Foto 138a

Vergl. zu diesem handlichen Objekt aus quarzitischem Sandstein auch die gleiche Darstellung in microlithischer Ausführung auf Kapitel VII, dieser Seite. Compare this typ of depiction of a hare also in microlithic identical shape presented on this page on chapter VII.

Nr. 138b

Foto Nr. 138c

Foto Nr.138d

A rabbit head with eye and ears only/ Hasenkopf mit hochstehenden und herabhängenden Ohren (Vollfigur) Foto 138d shows a rabbit head with drooping ears.

Foto 138e

Foto 138f

Hase mit Schwanenbildniss in weißer Cortex-Zeichnung/Hare and Swan

Foto Nr.138 II

Ein Ostseeufer-Fund weitergegeben in die Prof. Matthes-Sammlung , Man beachte auch hier Ohren und Horngestaltung/ A beach area find (Baltic Sea) now added to the Matthes collection.Notice the ear and horn depictions.

Foto Nr.138 III

Lama als Lasttier (siehe Farbanhaftung) aus Groß-Pampau. Durch Entfernen der Kortex wurden die langen Ohren dieser Tiergattung sichtbar gemacht. Die Vierfüssigkeit ist durch einen tiefen Einschlag über die gesamte Stärke der Skulptur herausgestellt. Vergleiche dazu die nächsten beiden Tierfiguren/Lama as "packhorse" (colour adherence) from Gross-Pampau. The rather large ears of this animal are "stylized" by a cortex removal and the  legs are usually indicated  here by a deep percussuion impact.Compare for such the next two animal figures.

Foto Nr. 139

Diese beiden Tierdarstellungen haben was den Aussagewert der Tiergattung anbetrifft kaum einen Informationswert, aber für meine Detailstudien sind sie  unentbehrlich und absichernd./Both animal figures offer little information about their species but for detail studies they have become to me indispensable.

TIERARTEN AUS WARM UND KALTZEITEN  NICHT MEHR HIER IN FREIER WILDBAHN/ SPECIES OF WARM AND ICE-AGES NO LONGER HERE IN OUR WILDLIFE:

Die nachstehende  Figur, gezeigt  in drei Perspektiven,  ist die Rückseitenansicht des  auf der ersten Kapitelseite   vorgestellten MenschenkopfesFoto# 36a.  Nach anfänglicher Unsicherheit wurden unterschiedliche Meinungen dazu, auch aus Nordamerika, eingeholt..Dank einer persönlichen Begegnung mit diesen Tieren in freier Wildbahn, konnte Frau Patricia Rice, aus Portland, Maine, USA, gerade aus Alaska zurückgekehrt, hier einen sehr guten Beitragshinweis zur Skupturenfrage, leisten..Somit stellen die folgenden 3 PerspektIivansichten eine MOSCHUS-OCHSEN  dar mit der Ansicht einer Kleinkopf- Wiedergabe dieser Tiergattung.(Geburt?). Der Knochenfund  eines SCHÄDELS  vom jungpleistozänen MOSCHUSOCHSEN ( OVIBOS MOSCHATUS), aus dem Löß von Weinheim an der Bergsträße, liegt in der  Bayr. Staatssammlung, MÜNCHEN: Quelle: Theiss-Verlag, "Urgeschichte in Baden-Württemberg"

Engl. Translation: The following  photos   give the back view  impression of the human head photo # 36a  shown on chapter I.  Several people were contacted, even all the way  up to North-America, asking their opinion.  Mrs. PATRICIA RICE, from PORTLAND, MAINE USA just returning from a trip to ALASKA, offered here  a valuable description of her own experience in meeting such animal in  wildlife . The following three  perspectives show the silhouette of a MUSK . On the rear appears the head of a young one   signalling perhaps  the  birth act?. A good example of the presentation of front and hindlegs within this sofar unknown material. This species was here present during Ice-Ages.


Fotos 140

Foto 140a

Foto 140 b

 

Sehhilfezeichnung

Foto 141

Foto Nr. 141
Durch die geschickte Auswahl dieses Feuersteinabschlages, ist bei der linksseitig ausgerichteten Rinderskulptur unmittelbar am Kopf ein kleines natürliches „Horn“ angedeutet, welches leider bei dieser Aufnahme nicht zur Geltung kommt. Hier war der Schwerpunkt der Aufnahme mehr auf die Hinterpartie der Skulptur verlagert. Dort nämlich erscheint ein Fußpaar mit Ähnlichkeit zu einem Elefantenfuß und es erhebt sich die Frage, ob diese Rinderart mit diesen Dickhäutern vergesellschaftet war?

Foto Nr.142

Foto 143

Foto Nr.143a

 Foto Nr. 143 / 143a.

KOPFTEIL-IMPRESSIONEN/ HEAD-PART IMPRESSIONS

Foto Nr.144

Foto Nr.145

Fotos Nr. 144 / 145 Tiere mit Fellandeutung,  weitereTierköpfe Fotos bis Nr. 146d   bis hin zu stylistischen Varianten.Photos 144/145 Animal heads indicating "fur" and several other  types of head depictions reminding of  bear heads.

Foto 146

Foto 146a

Foto 146b


Foto 146c

Foto 146d

Foto 146e

Dieser Feuerstein-Kopf eines jungen Pferdes ist eine" Zeichnung" ausgeführt  über die Rindenentfernung.Er hat sehr viel Ähnlichkeit mit einem aus Sandstein geschnittenen Pferdekopf der in ISTURITZ, Frankreich  gefunden wurde und damit eine "Magdalenien-Datierung" trägt. Vergl. dazu Seite 266, D.VIALOU 1992 , "Frühzeit des Menschen".



FISCHSKULPTUREN UND ROBBENARTEN aus den Kiesen von Groß-Pampau/FISH AND SEAL SCULPTURES

Schon 1992 feierte dieser Kiesgrubenaufschluss sein 25.Jubiläum. In den 80iger Jahren erschien  durch den Abbau  dann eine Glimmerton-Kante, siehe Photos auf Kapitel I , dieser Webseiten.Biostratigraphisch dem "LANGENFELDIUM" in NW-Germany zugeordnet (siehe W: HINSCH, Kiel,Schleswig-Holstein). Amateur-Sammler entdeckten darin das erste Wal-Skelett. Während intensivierten Nachforschungen folgten weitere fossile Funde von Walen und ein Hai-Skelett von 3 m Länge war auch dabei. Europa weit ein bis dato einzigartiger Fund. Haizähne wurden schon über Jahre aus dem Überkorn dort aufgesammelt, ebenso Mollusken, die auch zu meinen kleineren Funden zählen .Siehe dazu nun Kapitel I und II unter www.schafftwissen.de dieser Webseiten Erweiterung. 

Already 1992 this gravel pit operated for 25 years. During the early years of the 80th  a fresh surface exposure of the biostratigraphic called LANGENFELDIAN in NW-Gernany (see W.HINSCH, Kiel, Schlesw.- Holstein) appeared. An amateur-collector discovered therein the first Wale-Skeleton. Intensive research brought more fossil bones from different species of Wales and also a 3m long shark skeleton. Europe wide a sofar unique find. Shark teeth and molluscan fauna sampling was also done from  the loose gravels.For more information see www.schafftwissen.de. website-extention chapter 1 and 2.



Foto 147

Foto 147a

Foto 148

Foto 148a

Foto 148b

See-Elefan-tenbulle - teenager-

Walross?

Sehhilfe-Zeichnung 

Weitere Exemplare von Funden dieser Tierart sind noch nicht aus der Sammlung einbezogen.Es ist nicht ganz einfach, hier den richtigen Blick zu entwickeln, zu unbekannt sind einige gezeichneten Exemplare. Fischskulpturen (Kopfteile werden später gezeigt) fachliche Hilfestellung wurde bereits erbracht. Siehe dazu nun Expertise von A. Faradzhev, Moskau  Kapitel  VIII und  IX . Dennoch die Frage bleibt offen, wer wußte über diese Fossilien wie Wale und Hai,  die dort eingebettet waren, um sie in Stein nachzubilden??Engl. transl. More examples of this species are still within the assemblage  For  fish-sculpture themes (head sculptures of fish types) Expert help was given.  For this see Expertise A. Faradzhev, Moskau in chapter VIII and IX.   Still the question remains, who knew about the wale and shark  fossils now rescued from below the ground in order to carve the sculptures found?

Wal und Hai-Skulpturen aus Stein. Wale and shark sculptures in stone


Foto 149

Foto 149a

Fotos Nr.  149 und 149a
Zeigen Vorder- und Rückseitenansicht einer Hai-Skulptur  mit korrekter Wiedergabe der senkrechten Schwanzflossenlage. Interessant ist die Gestaltungsweise der Maulpartie, deren Wiederholung  ich auf einer unscheinbaren Fischskulptur aus Vulkangestein auf der  Insel LANZAROTE, Sp. vorfand, und hier zum Vergleich vorstelle.

Foto 150

Foto Fischfund LANZAROTE , Spn. Vergleiche die Maulpartie beider Objekte


Foto 151

Foto Nr. 151
Zeigt eine recht große Skulptur aus Feuerstein, mit Kortex-Zeichnungen als Hinweis für die Lungenatmungsorgane auf der Oberfläche. Die Schwanzflosse ist senkrecht stehend belassen und folgt man der Kopfform sowie der Cortex- Indikation müsste es sich eher um eine Doppelgestalt handeln, die auch  auf eine Art von Pottwal hindeutet. Vergleiche dazu nachstehende Fotos./ Engl. translation: This  flint sculpture gives the indications for the conclusion of a double image figure. For this watch the shape, also showing on  top four small cortex  chippings, indicating the animals" lung."

Foto 152

Foto Nr. 152
Eine Sandstein-Skulptur mit identischer Umrissgestaltung,  aber mit bekannter Bearbeitungstechnik aus der  erforschten Feuerstein-Typologie.

Foto 153

Fotos Nr. 153
Zeigt eine Feuersteinknolle mit Bearbeitungsspuren, ebenfalls als Pottwal-Art gedeutet, die einen Schwimmbewegungsablauf  signalisieren soll.

Foto 154

Foto Nr. 154
Ist ebenfalls eine stilisierte Fischskulptur aus quarzitischem Sandstein gestaltet.

Foto 155

Foto Nr. 155
Hier ist auf schwarzem Feuerstein eine weiße Darstellung  von einem Wal zu erkennen, die ich als „so gewollt“ der Motivpalette von Fischarten zuordne. / Here now the white cortex shows a whale shape blowing water from the lungs. The Photo 156 is indicating a long fish type on a flint-nodule, which could  be used a "tool" Ebenfalls  ist die nachstehend gezeigte,  längliche Feuersteinknolle sowohl als Fisch, als auch  " mögliches Werkzeug" zu deuten.

Foto 156

Vergleichs-objekt aus den Niederl.

Mit grenzübergreifenden Vergleichsfunden aus den Niederlanden und Spanien ist eine vielfältige Materialverwendung, die hier bei der Gestaltung zum Einsatz kam, aufgezeigt worden. Dabei ist die mikrolithische  Auswahl noch nicht berücksichtigt, die ebenfalls sehr interessant ist. Seltener gibt es dabei Vollfiguren, meist sind es Splitter oder ähnliche Abschläge, die zwar die Zerlegung von Steinen belegen, aber damit auch mehr  Fragen aufwerfen.

Mit der nun folgenden Motivpalette will ich das Element Wasser noch nicht gänzlich verlassen und möchte das Thema WASSERVÖGEL anschließend vorstellen.

Foto 157

Foto 157a 

Fotos Nr. 157u.157a
Dieser unscheinbare Feuersteinsplitter war einer meiner ersten Funde zum Themenkomplex. Er signalisierte nur über sein äußeres Erscheinungsbild einen „Entenschnabel“( Foto 157) doch bei Drehung wurde  eine Kortex-Zeichnung sichtbar, die einen Vogelkopf mit Schnabel zur Aussage hatte.(Foto 157)  Hiermit war dann eine Betrachtungsweise für das folgende Gesamtspektrum aller Funde „festgelegt“. Die Kortex war auch Bilderträger. / Transl. Object belongs to first finds of the overall spectrum.Outside shape resembles a "beak of a duck", when turning the object the full head including neck of a duck appeared on the remaining cortex. This indication signalized how different perspectives of the finds "helped" to come to correct interpretations. The cortex was thus "picture carrier" as well as the overall shape.

Foto 158

Foto 158a

Fotos 158 u.158a
Auch Vollfiguren aus Feuerstein, die Wasservögel mit gewendetem Hals oder Kopf  anzeigten,  waren unverkennbar. Dabei  eventuell auf  eine Ruhehaltung (Schlaf) oder Gefiederputzen  hinweisgebend, wurde diese Pose bis hin zur Findlingsgröße auffällig, wobei jedoch  auch  andere Gesteinsarten zum Einsatz  kamen. Vergleiche dazu Fotos 159 bis 167

Foto 159

Foto 159a

Foto 159b

Foto 160

Foto 161

Foto 162

Foto 163

Foto 164

In general this type of the of sculpture is not hard to interpretate, but such key-find was not usually the first in the newly discovered theme, and the more abstract forms appeared in series as well. Here in this photo series, I show how the finds occured here to me and how important a key-find is. The larger menhir type found  placed under the tree on a local parking lot, has an unknown original find spot, but helped here to interpretate a "portable" object from my sampling site with shapings similar on the large and small item. Photo 165 and 165a

Foto 165

Foto 165a

Der große Findling wurde von einem Besucher  am Geesthachter Rathausparkplatz entdeckt. (Nr. 165) Sein Herkunftsort ist unbekannt, dennoch reiht er sich gut in die Themenpalette der Groß-Pampau Funde ein und hat sogar gleiche Arbeitsspuren aufzuweisen, wie man an dem Fund (165a aus Groß-Pampau)als gestalterisches Element des Federkleides unschwer an beiden Objekten, wiedererkennen kann.

Foto 166

Foto 167

Zum Abschluss meiner Dokumentation der typologischen Besonderheiten innerhalb der entdeckten  Wasservogel-Thematik von GROß-PAMPAU, ist dieser größere Kalksteinblock hinzuzufügen, der über sein äußeres Erscheinungsbild kaum auffällig ist. Er zeigt einen deutlich herausgestellten „Entenschnabel“.

Foto 168

Fundortübergreifende Untersuchungen erbrachten einen kleineren,  handlichen Steinfund mit themenidentischen Bearbeitungsspuren und zeigt auf, dass dieser Motivkreis bereits standardisierte Formen besitzt. Er  allerdings gehört  mehr in die Serie von Fotos  der Nummern 158-160  soll hier aber nochmals verdeutlichen, dass selbst über größere räumliche  Entfernungen  hinweg , Fundexemplare vorhanden sind, wie ich sie durch  meine jährlichen Kurzurlaube dort seit 1988 festgeschrieben habe.

Foto 169

Foto  Nr. 169  LANZAROTE, Spn.






Foto 170

Foto Nr. 170     Mit diesem Zugvogel-Fund möchte ich den Übergang in eine mehr komplexe Vogelwelt einleiten.

Offiziell gilt dieses wunderschöne Schnitzwerk aus Mammut-Elfenbein als „ÄLTESTEST KUNSTWERK DER WELT“ , so die Überschrift meiner Tageszeitung
„Hamburger Abendblatt“ vom 18.12.2003.

Die Ausgräber, ein deutscher und ein britischer Archäologe, haben es zusammen mit weiteren kleinformatigen Fundstücken von 2 bis 5cm Größe in der Höhle „Hohe Fels“  auf der Schwäbischen Alb entdeckt. Die kulturelle Blüte dieser jüngeren Altsteinzeit ist  aber für das Donaugebiet mehrfach bekannt. Nicht nur Elfenbeinschnitzereien  machten auf  eine lange Besiedlung aufmerksam, auch ergaben Grabungen  im Jahre 1965 auf einer niedrigen Donauterrasse Gegenstände einer reichhaltigen Steinbearbeitungskunst (LEPINSKI VIR; ein Heiligtum mit Skulpturen. Siehe dazu: Römisch-Germanische Museum, KÖLN, und Prähistorische Staatssammlung, MÜNCHEN)

Leider geht nun aus dem Artikel über das „ÄLTESTE KUNSTWERK DER WELT“ nicht hervor, ob man neben Elfenbeinschnitzkunst auch kleinere Steinkunstwerke vorgefunden hat, wie ich sie unter dem  „VOGEL-THEMA“ anschließend hier vorstellen werde.

Diese Steinbearbeitungsweise hat eine lange Tradition, bedenkt man die Vielzahl aufgefundener Steinwerkzeuge über Jahrtausende hinweg. Es bleibt bedenklich, wollte man davon ausgehen, dass sich dieses handwerkliche Können so  plötzlich aus diesem Gebiet  verflüchtigt haben soll? Und betrachtet man die Standardisierung von vorgegebenen Formen ist  auch  die Frage zur Bilderschrift  - auf Steinmaterialien verewigt – nicht gänzlich unberechtigt?

Heute schon verweisen  viele Forscher auf Symbolzeichen, die man auf Höhlenwänden gemalt oder geritzt finden kann.

Früher noch im Eifer und in dem Erstaunen verhaftet gewesen, hatte man sie glatt übersehen. Überlagert von Malereien springender Rinder,  kleiner Pferde und Steinböcken an französischen und spanischen Höhlenwänden, war das teilweise recht verständlich und Versäumtes kann man ja irgendwann nachholen, nur klappt das nicht mit zerstörten und vernichteten Artefakten, die man irgendwie nicht wahr  haben kann oder will?

Genießen  Höhlenforschungen noch immer den Vorrang bei archäologischen Grabungsprojekten, fragt sich der Laie, wo doch gerade da die Sicherheit von Erhaltungszuständen oder Bewahrung viel ausgeprägter ist, als es je in  Freilandstationen der Fall sein kann,  bei denen oft genug das nächste „Bauprojekt“  längst den Zugriff plant?

Und außerdem,  im Überdenken von Prioritäten und  Wissenslücken fällt mir auf, dass  uns die europäische Höhlenmalerei eine recht geringe Anzahl von Darstellungen aus der VOGLEWELT offeriert, sieht man mal  von der gelegentlichen Eulenarten-Wiedergabe ab. Ebenso sind Fische wenig vertreten.  Das zu ergründen, könnte für Forscher Anreize bieten. Oder hat man die Antworten dazu längst gefunden und ich habe es übersehen? Schon möglich, dennoch werfe ich die Frage auf, warum man sich immer wieder  mit der berühmten  LASCAUX- Höhlen-Szene befasst, die auf einer Länge von  1,10  einen „verwundeten Bison“, einen ausgestreckten Mensch und eine Stange mit einem aufsitzenden VOGEL zeigt?


Allein, die ansonsten auf den Wänden fehlenden menschlichen  Gestalten  forderten eine Antwortsuche heraus, wie eben auch eine fehlende Vogelsymbolik nach Hinweisen sucht? Allerlei Interpretationsversuche wurden vorgebracht und ich will mit meinen Funden  die Sache zwar nicht komplizieren aber feststellen:....

„Der dargestellte „Mensch“, hat nach meiner Sichtweise, einen Vogelkopf, jedoch ist sein Körper eben menschlich, obwohl, viele Forscher vertreten die Meinung, es handele sich wohl nicht um einen toten Körper, ließt man die Körpersprache richtig. Nun ist es nicht meine Absicht, mich in Expertenmeinungen einzumischen, doch mit dem nachstehenden Steinfund – siehe dazu Foto Nr. 171  Mann in Trance – möchte ich Anregungen liefern.“

Foto 171

Foto  Nr. 171 Mann in Trance

Dieser Quarzsteinfund macht einen sehr verschliffenen alten Eindruck. Der Vogel, der hier auf einem  sorgfältig geformten Stab sitzt, richtet seinen Blick zurück. Auf dem  kurzen Stab ist ein Gesicht angedeutet, wie es sich als Einäugigkeit mehrfach innerhalb des Fundinventars präsentiert.

Vergleiche dazu die unter „Maskenartige“ vorgestellten Objekte.

Innerhalb des Vogeltypen-Bestandes wurde das Objekt von mir als „Zepterstein“ zugeordnet, da  mehrere solcher Funde in der gleichen  Art aufgegriffen wurden,  die  mit anderen Motiven versehen sind und später auch vorgestellt werden.

Foto 172.......................................................

Foto 173

Foto 173a

Farbanhaftung an dieser Vogelgestalt mit Gesichtsandeutung/ Colour adhesiv gives this bird-shape object a facial feature.

Foto 174

Foto  Nr. 174 (identisch mit Nr. 24 Kapitel I) Mit einer kleinen Nasenandeutung, um das Gesicht herauszustellen, ist diese Nase nun gleichzeitig  auch der Schnabel für die Vogelgestalt.

Weitere Vogelgestalten ohne Fußandeutung, damit Aussagefähig über eine hockende Pose oder sitzende Stellung, gerade wie bei der Zepter-Skulptur. Für eine Welt des Schamanen sind es vielleicht die fliegenden Vögel (Geister) zwischen den Welten?  Fotos Nr. 175 bis 177 a

Foto 175

Foto 176

Foto 17 7


Foto 178

Foto 178a

Foto Nr. 178 und 178a
Dieser „Opfervogel“, als Hühnervogel mit Kammandeutung (Hahn oder Henne) ist nicht so sehr mit Flugeigenschaften von Natur aus versehen, wie die vorangestellten und gezeigten  Arten, ist aber über und über mit Farbanhaftung versehen, damit als blutendes Opfertier dargestellt? Auf dem Foto 178 a sieht man eine Feuersteinknolle, die als Rohling für weitere Skulpturen dieser Art (vergleiche die Kamm-Andeutung) gelten kann.

Um nicht alle Skulpturen in „hockenden Posen“ einzig und allein Abläufen schamanistischer  Praktiken zuordnen zu wollen, sind Überlegungen hilfreich, die Ausnahmen bestätigen. Im Inventar befinden sich auch Funde, die dafür ausreichende Hinweise liefern. So wird zum Beispiel bei der Granit-Skulptur auf Foto Nr. 179  eine „hockende Stellung“  sichtbar, doch hier ist, anders als bei anderen Skulpturen, der  Flügel mit einem „Vogelbein“ versehen. In rötlicher Farbe erkennt man 3 „ Krallen“, wobei die mittig sitzende Kralle viel größer ist als die anderen.  

Foto 179

Foto Nr. 179        Die ungewöhnliche Kopfform dieses Tieres ist rätselhaft, hat aber im Inventar Gegenstücke. Vergleiche dazu  nun  die nächsten zwei Feuersteinobjekte.

Foto 180

Foto Nr. 180        Angedeutet wird auch hier der Flügel und darunter ist das Bein des Tieres gestaltet, wie bei der vorangegangenen Granit-Skulptur zu sehen ist, leider aber nur  beim  Studium des Originals deutlich wird. 

Foto 181

Foto Nr. 181        Das rechte Objekt mit einem „Seeigel  als Eiablage“ hat ebenfalls diese Kopfform,  allerdings so „bearbeitet“ , dass ein Augenfleck erkennbar wird. Sollte hier das gleiche Tier, vielleicht ein HÜHNERVOGEL gemeint sein? Vergleiche dazu

Foto 182

Foto Nr. 182          Auerhahn. Die seitliche Andeutung eines Flügels ist durch Rillen im Gestein unterstützt.

Allgemein betrachtet erfährt der Interessierte Wissenswertes über „Klauen“,  „Füße“  und  „Federn“  aus dem unerschöpflichen Nachschlagewerk der inzwischen verstorbenen Archäologin Prof.  Dr. MARIA GIMBUTAS „The language of the Goddes“ auf den Seiten 237 bis 245.

Sie erklärt dabei Darstellungen von  nur  „Federn“ und „Füßen“  als Motive auf Vasen und anderen Gefäßen, die gefunden worden sind und volkskundlich bezogen   hinweisgebend auf eine uralte Gottheit sind, die seit der jüngeren Steinzeit in SANTANDER, Sp., Zentral ANATOLIEN (frühes 6. Jahrhundert v. Chr.) oder in RUSSLAND sowie  im nördlichen Polen bekannt war. Für RUSSLAND  erwähnt sie  u.a. die „Baba Yaga“, die bekanntlich in einer „alten Hütte wohnt“ und nur auf einem Hühnerbein  stehen soll.

Aber, der künstlerische Niederschlag vorangegangener Kulturen hat  seinen Ursprung wahrscheinlich schon viel früher gehabt. Und wenn man nochmals die Darstellung des  Höhlenbildnisses von LASCOUX, Sp.  betrachtet, bei der die menschlichen Gestalt nur  4 Finger hat,  dann klärt sich auf, dass hier eben Vogelkrallen bzw. Füße gemeint sein sollen und die hübsch dekorierten Gefäße, die später gefunden wurden, doch  mehr als „Aufbewahrungsorte“ für allerlei  unterstützende „Getränke“ der „Schamanen“  fungiert haben könnten?

Uns heute jedoch  diese „ Vogelfedern, -beine und –krallen“ als Malereien auf alten Vasen damit letztendlich den Hinweis liefern, dass der gute Schamane  aus der besagten Szene von der Höhlenwand,   eben  nur voll „berauscht“ vor der „Bisongestalt“  liegt, von dem einige Forscher ernsthaft  meinten,  dieser selbst hätte  nun den  Mann getötet.

Doch für meine hier nun  vorgestellten Skulpturen bleibt allerdings die Frage offen, ob sie nur alte Gottheiten  repräsentieren? Das herauszufiltern hilft der Rest der Vogeltypologie, der eben auch aus vereinzelten Fußdarstellungen dieser Tiere besteht. (Entenfüße).

Einzeldarstellungen von Köpfen sind generell aus anderen Motivkreisen schon bekannt  gemacht, für diesen Vogelmotivkreis dazu eine „Seeigel“ – Skulptur, welche einen scharfen spitzen Schnabel hat und damit auch als „Werkzeug“ eingesetzt gewesen sein könnte. Da sich dieser Einsatz aber nicht ohne extra Untersuchungen nachweisen lässt, bleibt es bei der alleinigen figürlichen Aussageform. (siehe Foto Nr. 183)

Foto 183

Foto Nr. 183

Gleiches gilt auch für das folgende Fundstück dessen Ganzkörperdarstellung ebenfalls charakteristische Eigenarten für eine traditionelle Werkzeugdefinition zulassen. Frontal erscheint linksseitig ein großes rundes „Auge“, ähnlich einer kleinen Papageienart und  ein langer gebogener Schnabel erscheint durch deutlichen Abschlag. Rückseitig ist Schwanz und Körper mit einer Retusche versehen. Ein Werkzeug nun?

Fest steht damit aber wenigstens, dass wenn hier ein Gebrauchsgegenstand einbezogen werden sollte, man nun nicht mehr von alten Gottheiten ausgehen kann, die früher wohl zahlreich waren und noch heute in einigen Kulturkreisen „Anbetung“ finden.  Wie definiert man dann wohl die paläolithischen Werkzeugformen neu?

Foto 184

Foto 184a

  Objekt  im Formenvergleich zu Granit 

Foto 185

Foto 186

Foto 187

Aufgrund mangelnder Kriterien muss  die  Frage der“ Werkzeugformen“ oder den Geräten, wie sie auch herkömmlich bezeichnet werden, meiner Meinung nach neu definiert werden. Streng wissenschaftlich gesehen müsste damit jedes Gerät, von dem man annimmt, dass es zum Gebrauch eingesetzt wurde, auf Gebrauchsspuren hin untersucht werden.

Diese Untersuchungen wurden auch unternommen, jedoch war festgestellt worden, dass sich nicht alle Steinmaterialien dazu eignen. Ein  „Wissen schaffendes“ Dilemma? Eigentlich nicht, denn diejenigen Materialien, die untersucht werden können, müssten in Form und Machart die „Schablonen“ bilden, nach denen man identische Funde vergleichen kann?  So klärt sich auch, ob eine „Retusche“ nur durch die Formgebung des Gegenstandes entstanden  war.  Leider wird aber der Einsatz von technischen Geräten ( Mikroskopen)  überwiegend nur  in Fragen nach Eingriffspuren bei figürlicher Gestaltung wissenschaftlich gefordert. Eine verkehrt Welt, bei der man sich nun trefflich streiten kann und ungeklärt beläßt, wann  nun der Mensch begonnen hatte, seine Umwelt so zu begreifen, wie er sie damals sah und nicht wie wir sie uns heute vorstellen.

Dabei können wieder allerlei natürliche Formen Auslöser zur kreativen Gestaltung gewesen sein, wie ich sie immer wieder auf dem Fundplatz aufgegriffen habe und nun auch mit  dieser VOGELTYPOLOGIE vorstelle. 

Foto 188

Foto 188a

Foto 189

Rückenansicht eines sitzenden Vogels mit geöffneter Schwinge.Auf der belassenen Cortex ist ein Gesicht herausgearbeitet. Durch leichte Drehung erscheinen verschiedene perspektivische Ansichten/ Sitting bird with opened wing . Cortex shows a face .When turning the object slightly, different perspectives appear.

Foto 189a

Foto 189b

Foto 190

Foto 190a

Foto 190b

Foto 191

Foto 191a

Foto 191b

Figürlichkeiten mit Seeigeln

Foto 192 

           Eine diesem Seeigel anhaftende  Gesteinsmasse wurde gestaltet und lässt nun die Möglichkeit offen, ob oder nicht hier ein Vogel gemeint ist, da sich im Inventar auch Echsenarten als Skulpturen zeigen, die ebenfalls Seeigel tragen, siehe nächstes Foto.

Foto 193

 Diese sehr interessante Feuersteinknolle wurde an der Unterseite deutlich bearbeitet. Über generelle Bearbeitungstechniken, mit denen man  sich seit der Erforschung früherer Werkzeugformen speziell am  Feuerstein befasst hatte, ist generell immer schon  sehr viel geschrieben worden.  Um Platz zu sparen, will ich bevorzugt  figürliche Funde z e i g e n ,   das Thema ist weniger bekannt. Den „Werkzeugfetischisten“ wird das nächste Objekt mehr  zusagen, denn es ist „messerscharf“.

Foto 194

Foto 194a

Foto Nr. 194 / 194a            Als einheimisches Vogeltier könnte es auch dem  „Rotmilan“ ähnlich sehen, doch   ebenso könnte es ein „Exote“ sein. Die nur spärlich anhaftende Kortex zeigt lediglich einen kleinen weißen Dreieckfleck zur Schnabelandeutung. Ganz anders ist es bei der nun folgenden Vogeldarstellung.Die nätürliche Flintsteinknolle hier wieder als Auslöser für Gestalungsmöglichkeit./ Nr. 194 and 194a bird species of Europe or perhaps more exotic type.Very little white cortex Nr.194 triangle shape indicates the beak. Different approach by the sculptorer on the next flint nodule. Here the flint- nodule "offered" the shaping of a wing like shown later on different objects.

Foto 195

Foto Nr. 195   Hier ist der  Eindruck eines Jungtieres (Entenart) vorherrschend , dessen Flügel noch nicht zum Flugmanöver taugen. Der Schnabel wirkt breit und eckig, er scheint gekürzt worden zu sein. Interessant ist der zwischen den Flügeln belassene „Knauf“,  als  Tragevorrichtung mit Fussandeutung (Abschläge) ist es eine  völlig natürliche Feuersteinknolle.

Foto 196

Foto 196a

Foto 196b

Diesen" Vogelkopf" konnte man  schwer einer bekannten Vogelart zuzuordnen. Rückseitig ist ein Hohlraum belassen, siehe #196a und dieser gibt einen "Einblick" in die Typologie. vgl. #196b. Am Ende des röhrenförmigen Kanals ist ausserhalb eine Vogelgestalt zu erkennen, die sich um diese Kanalöffnung windet und mit einer großen Kralle einen Kreis bildet, bei dem sich Schnabel und Krallenfuß treffen.Eine geniale "Bilderschrift", das Tier erinnert an Flugsaurier? Man achte auf die Bearbeitungsspuren.

Foto 197

Flintknolle mit wenigen Markierungen an dieser Seitenansicht. Es  wird das naturbelassene Element am Gestein vorgestellt, um einen Eindruck zu vermitteln, wie solch eine Naturknolle Anreize liefern könnte,  hier eine fliegende Vogelgestalt, nachzubilden oder zu gestalten. / Flint-nodule showing natural elements on the stone, introducing here the shape of a "flying bird type" to the "sculptorer" for shaping  or fashioning. 

Foto 198

Foto 198a

Foto Nr. 198/198a              Der natürliche Hohlraum dieser Flintknolle wurde vom damaligen Bildhauer sicherlich ausgewählt, um bei diesem fliegenden  Vogel über die schwarze Flintart und die weiß Kortex einen flugfähigen Vogel darzustellen. Zwar liegt der abgespreizte Flügel noch immer eng an der Figur, doch wenn man das Objekt wendet, entsteht ein weiterer Eindruck (siehe Aufnahme 198a)  „Vogel im Fluge“. Siehe dazu auch die folgenden Fundobjekte.

Foto 199

Foto Nr. 199                     Auf der hochgestellten Schwinge erkennt man „Kratzer“ als Ritzspuren, sollte dieser Flügel vielleicht  abgetrennt werden,  Immerhin gibt es Einzeldarstellungen von Köpfen und Füßen, warum dann nicht auch einzelne  "Flügeldarstellungen"? Da in meiner Sammlung solche Flügelteile nicht bedacht wurden, ist  das Thema inzwischen aus der Sammlung  ALAN DAY`s, OHIO, USA  bekannt geworden (vergleiche dazu www.daysknob.com)

 Foto 200


MIKROLITHISCHE FUNDPALETTE MIT GESICHTSANDEUTUNGEN

Foto 200a

Foto 200b


Foto 201

Foto Nr. 201

Nicht nur auf Schwingen sondern auch auf einfachen Vogelformumrissen sind hier und da Gesichter gewollt, Beispiel:

Foto 202

Für weitere mikrolithische Vögel  in der nächsten Fotoreihe Beispiele dazu.

Foto 203

Foto 204

Bis auf hauchdünne Splitter reduzierte Vogelgestalten aus Kernsteinen oder unter Einbeziehung von Feuersteinrinde sind alle Elemente zur Gestaltung dafür einbezogen worden. Vergleiche dazu nachstehende Ablichtungen.

Foto 205

Foto 205a

Foto 206

Foto 207

.Hier erscheinen nun die ersten grobkristallinen Gesteinsarten aus der mikrolithischen Palette, Dabei war die Form der Eule ein Leitfaden für die Ergreifung weiterer, auch großerer Stücke. 

Die Eule wird häufig im Inventar angetroffen, aber nicht nur als Einzeldarstellung sondern oft auch sehr „verschlüsselt“ als multifigurales Element, dem man  erst wie bei den bekannten „Suchbildern“ auf die Spur kommen muss.

Ihr haftet eine lange Tradition von Darstellungsweisen an, wovon wohl die älteste der entdeckten und datierten Objekte aus der Jungsteinzeit stammen könnten, die  aus   Höhlenritzung von Le Portel  (siehe „Frühe Spuren des Menschen“ von ANDRE LEROI-GOURHAN  „HÖHLENKUNST in FRANKREICH“) und aus der Höhle  TROIS FRÉRES, südliches Frankreich, stammen.

Über das Neolithicum hin zur Bronzezeit wurde das  Eulenmotiv immer wieder eingesetzt und so sind auch die ihr anhaftenden Attribute entsprechend variable.

Neben Todesbotin oder Unglücksbringer, war sie früher der am wenigsten „geliebte“ Vogel der Menschen, doch überlebte die Eule alles ihr angedichtete Negative und hält tapfer den Status positiver Eigenschaften, wie Vogel der Weisheit und Abwehrvogel des Bösen.

Bei den unterschiedlichen Darstellungsweisen, z.B. auf Vasen,  Stelen und Gedenktafeln, die von „übergroßen Augen,“ oder nur Herausstellung des Schnabels, kleinen Punkten als Augenandeutung usw. ,geprägt sind, ( siehe dazu die Seiten 190 bis 1994; M. GIMBUTAS, „The Language of the Goddess)  möchte ich meine Eulenfunde mehr über die Gefiederstellung als Merkmal, wie schon bei der kleinen Graniteule aus Groß-Pampau gezeigt, aufblättern. Dieses offenkundige Merkmal zeigt sich bereits an sehr alten verrollten Feuerstein-Skulpturen und wird am deutlichsten bei vielen  verschiedenen ausgewählten Materialen, wie auch verkieseltes Holz.

Foto 208

Foto 208a

Foto 208b

Foto 208c

Objecte Foto Nr. 208b und 208c  zeigt eine Steinmaske  in Form eines kleinen Keiles. Hier braucht es schon den geübten Blick, die Eulen-Abbildung links aufliegend zu erkennen. / -form of a scmall cleaver, only the trained eye will find here the Owl motive on the left side of this flintstone - mask

Foto 209

Foto Nr. 208 / 208a / 209       Beim Aufgreifen dieser Objekte, gab keines der Stücke einen Hinweis auf eine Skulpturenthematik  wie z.B. „Eulengesichter“  zu erkennen. Das Merkmal zur Erkennung war lediglich die Formgebung mit jedoch Hinweisen dazu,  wie es bei Foto 207  schon ersichtlich wird.  Im oberen Bereich erkennt man „Fingerkrallen“,  die ein Beutetier hochhalten. Dem Stück haften Farbspuren an. Foto 209 ist ein sehr gerollter Feuerstein, der in der Formgebung einer Eule bzw. einem Kauz gleicht

Foto 210

Noch klarer werden durch  die Farbspurenanhaftungen, mit einem hellen und dunklen Augenfleck, an diesem quarzitischen Stück die Themenzusammenhänge verdeutlicht. Geschlossenes oder geöffnetes Auge.

Foto 211

This bird is shaped in flintstone showing that light and shadow make the  beak look like wide open. This theme is compared with next objects. Dieser kleine Vogel aus Feuersein hat durch den Lichteffekt von Schatten einen geöffneten Schnabel. Das Thema mit den folgenden Fundstücken verglichen. 

Foto 212

Foto 212a

Foto 212b

Die Vogelform dieses, nur 10cm großen Feuersteins, wird wieder über seinen Umriss verdeutlicht. Bei leichter Drehung aber erscheint ein „Gesicht“ mit aufgerissenem Schnabel. Unten eine weitere Art dieser Thematik.

Foto 213


Foto 213a


Foto 214

Foto 214a

 Ein „Strandsandfund“,  von der spanischen Insel LANZAROTE. Die erste Ablichtung der Skulptur hat den Schwerpunkt auf die Rückenlinie des Vogels gelegt.

Dort wird eine Einkerbung sichtbar, die ich für eine gewollte Rille zur Andeutung der Flügel halte. Daneben liegt ein Fundstück, mit künstlichen Ritzungen.

Foto 215

          Aus dem gleichen Strandsand stammt auch der Papageikopf, dessen Schnabelteile, (Oberteil und Unterteil) ebenfalls aufgegriffen werden konnten. Das Oberteil  ist  bekanntes Element aus dem "Werkzeugkasten" der paläolithischen Forschung und wird dort als "Papageischnabel" ( engl. "Billhook") geführt. Werkzeugformen dieser Art wurden von der über eine Millionen Jahre alten Fundstelle des Homo Erectus von DMANISI gemeldet.

Foto 216

Foto 216a

Foto Nr. 213 / 213a     Zum Abschluß der Vogel-Typologie aus der Groß-Pampau-Serie die gleiche Vogeldarstellung wie auf Foto Nr. 205a gezeigt, hier nur in Großformat Vorder-und Rückseitenansicht. Die standardisierte Umrißgemeinsamkeit wird offenbar und erinnert an die Vorläufer einer Bilderschrift, wie die ägyptischen  Hieroglyphen.

Foto 217

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